INTERNET : Mehr Tempo auf Datenautobahn

Im Schneckentempo durchs Netz: In den ländlichen Regionen in MV ist die Breitbandversorgung noch nicht so gut ausgebaut wie in den großen Städten des Landes.
Im Schneckentempo durchs Netz: In den ländlichen Regionen in MV ist die Breitbandversorgung noch nicht so gut ausgebaut wie in den großen Städten des Landes.

Aus den Amtsbereichen Lützow-Lübstorf sowie Rehna wollen 15 Gemeinden ins Bundesprogramm zum Ausbau des schnellen Internets

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22. Januar 2016, 23:57 Uhr

Dörfer, die bislang mehr schlecht als recht auf die Datenautobahn kommen, können auf schnelleres Internet hoffen: Acht Gemeinden aus dem Amtsbereich Lützow-Lübstorf bilden eine der drei Regionen, die der Nordwestkreis als Fördergebiet ans Land gemeldet hat, um letztlich an Bundesmittel für den Internet-Ausbau in unterversorgten Gebieten zu kommen. Konkret handelt es sich um die Gemeinden Lübstorf, Pokrent, Klein Trebbow, Cramonshagen, Schildetal, Gottesgabe, Zickhusen und Brüsewitz. Dort liegt die Durchschnittsversorgung unter 30 Megabit pro Sekunde.

Als letzte der acht Gemeindevertretungen stimmten die Klein Trebbower am Mittwochabend diesem Projekt zu. „Die Hoffnungen sind groß, dass sich so die Breitbandversorgung in den Dörfern verbessern lässt“, fasst die Lützower Amtschefin Iris Brincker zusammen. Dennoch lässt sich heute noch nicht sagen, ob dieses Förderprogramm den erhofften Erfolg bringt. Schließlich fällt erst auf Bundesebene die Entscheidung, welche Regionen überhaupt Geld bekommen. Erst danach können Angebote eingeholt, Kostenschätzungen aufgestellt werden.

Der Bund wäre bereit , die „Wirtschaftlichkeitslücke“ des Anbieters zum größten Teil zu schließen. Bis zu 90 Prozent soll es aus Bundes- und Landesmitteln geben, um den Gemeinden zu helfen. Zehn Prozent müssen die selber tragen. „Die genauen Summen kennt heute niemand,“ unterstreicht Brincker. Deshalb haben die acht Gemeinden das ganze Projekt jeweils unter „Haushaltsvorbehalt“ gestellt. Sprich: Gemacht wird das nur, wenn genügend Geld in der Gemeindekasse vorhanden ist. Die Gemeinden mussten aber jetzt abstimmen, da die Anträge bis Ende Januar beim Bund sein müssen. Bis Ende April soll dort die Entscheidung fallen. Dann geht es ans Planen und Rechnen.

Auch sieben Gemeinden aus dem Amtsbereich Rehna bilden eine der drei Regionen, die der Nordwestkreis als Fördergebiet ans Land gemeldet hat. „Dazu gehören Utecht, Thandorf, Schlagsdorf, Groß Molzahn, Rehna und Carlow sowie Königsfeld“, sagt der Rehnaer Verwaltungschef Hans-Martin Buschhart. Auch sie könnten auf ein schnelleres Internet hoffen.

Ziel ist es, die Übertragungsgeschwindigkeit auf 50 Megabit pro Sekunde zu erhöhen. Der Bund will in dieses Programm zwei Milliarden Euro stecken – für ganz Deutschland. Dabei liegt allein der Bedarf in MV bei 2,3 Milliarden Euro.

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