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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 19:39 Uhr

Breesen : Mehr als ein Museum

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Bauernstube Breesen feierte am Wochenende ihr 30-jähriges Bestehen / Rückblick auf einen Ort, der vielen etwas bedeutet

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 04:45 Uhr

Für manche ist es nur die Eingangstür zum Agrarmuseum. Für Hildegard Krüger ist es eine Erinnerung – eine Erinnerung an ihren verstorbenen Mann Siegfried Krüger, der das Museum und die dazugehörige Bauernstube erst möglich gemacht hatte. Das 30-jährige Bestehen an diesem Sonnabend konnte Siegfried Krüger nicht miterleben, in Gedanken vieler ist er aber dabei gewesen.

„Das Agrarmuseum war das Lebenswerk meines Mannes“, sagte Hildegard Krüger. Von der Eröffnung am 6. Oktober 1987 an war Siegfried Krüger Feuer und Flamme für das Museum. Zusammen mit dem aktuellen Geschäftsführer des Fördervereins der Bauernstube, Erwin Poweleit und anderen hatte er die Räumlichkeiten selbst bearbeitet, um seine Vision der Bauernstube wahr werden zu lassen. Vor der Umwandlung in das heutige Agrarmuseum wurde die Baracke zur Unterbringung von Erntehelfern benutzt. „Mit Licht aus einer Kabellampe haben wir hier gearbeitet“, erinnerte sich Erwin Poweleit. Gemeinsam statteten sie die Räume aus, um die vielen geschenkten Exponate unterbringen zu können.

„Wir haben nur vier Gegenstände gekauft. Der Rest waren Geschenke“, erklärte Erwin Poweleit. Angesichts der Zahlen erstaunlich: Laut Zählungen in diesem Jahr beherbergt das Museum insgesamt 3483 Stücke, von der Kaffeekanne über Kachelöfen bis zu alten Landwirtschaftsmaschinen. „Unsere Schmuckstücke: ein Lanz Bulldog und ein Wohnzimmerschrank aus dem Jahr 1924“, meinte Erwin Poweleit.

Nun, nach drei Jahrzehnten Arbeit, Pflege und Erweiterung schaut Erwin Poweleit beim Jubiläum ein letztes Mal als Geschäftsführer zurück. Denn am 31. Dezember diesen Jahres wird er sein ehrenamtliches Engagement als Geschäftsführer des Fördervereins an den Nagel hängen. Gerade darum vielleicht zeigte er sich auch sehr enttäuscht von der Anzahl der Gäste, die geringer ausfiel als erhofft. „61 Einladungen wurden ausgesprochen, 41 Personen sind schließlich erschienen.“ Besonders sauer stößt ihm das Fehlen der Landrätin Kerstin Weiss und des Leiters des Sachgebietes Kultur NWM, Klaus-Jürgen Ramisch, auf. „Es ist sehr enttäuschend, dass sie nicht gekommen sind, obwohl wir sie eingeladen haben. Statt zu kommen haben sie sich nicht einmal gemeldet, um abzusagen“, so Erwin Poweleit.

Für Hildegard Krüger wird trotz der vielen Kleinodien, die das Museum bietet, die Holztür besonders bleiben. „Mein Mann stiftete sie zu seinem 80. Geburtstag. Wenn ich sie ansehe, dann erinnert sie mich an ihn“, so die Ehefrau lächelnd.

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