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Grevesmühlen : Megalith-Festival wirft Fragen auf

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gegen Veranstalter stehen Vorwürfe über Nähe zur rechtsextremen Szene im Raum. Stadt sieht keinen Grund, Konzert nicht zu unterstützen

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Es soll das Festival für Hardrock- und Heavy Metal-Fans in Westmecklenburg werden: das zum ersten Mal stattfindende Megalith Open Air. Unterstützt von der Stadt durch das zur Verfügung stellen des Veranstaltungsgeländes. Doch inzwischen kursieren Vorwürfe gegen den Veranstalter. Demnach wird den Organisatoren Ronald Riehl und Frank Ehrhardt in einer E-Mail der Politologin und freien Journalistin Andrea Röpke, die auch der SVZ vorliegt, eine gewisse Nähe zur rechtsextremen Szene vorgeworfen: So soll Riehl 2011 an einem Treffen der neonazistischen Vereinigung Hammerskins in Jamel, einer Kundgebung des rassistischen Bürgerprotestes „Unser Grevesmühlen“ und an einer islamfeindlichen Demonstration von MVgida 2015 teilgenommen haben.

Erhardt soll mehrfach als Ordner bei Veranstaltungen der NPD aufgetreten und im Mai dieses Jahres mit Anhängern der rechten Bruderschaft Weiße Wölfe Terrorcrew in Schwerin mitgelaufen sein.

Beigefügt ist der E-Mail ein Foto, das Riehl zusammen mit NPD-Funktionär Andreas Theißen zeigt. Auch soll er sowohl mit diesem als auch dem ehemaligen NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt auf der sozialen Internetplattform Facebook befreundet gewesen sein.

„Alles Quatsch, ich weiß nicht, woher das kommt“, sagte Ronald Riehl gestern der SVZ. „Ich vermute, das kommt daher, dass ich im vergangenen Jahr ein Konzert neben dem Thinghaus veranstalten wollte“, sagt Riehl. Das Thinghaus ist ein Treffpunkt der rechten Szene in Grevesmühlen. Als weitere Beweise für die Haltlosigkeit der Vorwürfe führt er zum einen die Beschäftigung eines Mitarbeiters mit vietnamesischen Wurzeln in seiner Firma an. Zum anderen sei er nach eigenen Angaben wegen seiner Tätigkeit im Sicherheitssektor vom Verfassungsschutz überprüft worden.

In Bezug auf seinen Kompagnon Ehrhardt stellt Riehl klar: „Ich bin nicht mit ihm verheiratet. Und so lange NPD und MVgida nicht verboten sind, ist das auch seine Sache.“ Außerdem seien in ihrer Firma „IRE“, die sich auch mit Entrümpeln, Schrotthandel, Ordnerdienst und Bühnenbau beschäftigt, die Rollen klar verteilt. „Jeder macht seins und ich bin für das Veranstaltungsmanagement verantwortlich“, erklärt Ronald Riehl.

Auch Lars Prahler, Bürgermeister von Grevesmühlen hat keine Bedenken: „Wir haben im Vorfeld mit der Polizei und dem Landkreis Nordwestmecklenburg über den Veranstalter und die Person Ronald Riehl sehr intensiv gesprochen. Die Entscheidungen sind hierauf basierend getroffen worden. Die Tragweite war allen Beteiligten bewusst“, heißt es schriftlich von ihm. Außerdem teilt Prahler mit, dass die Stadt sich in Folge der letztjährigen Veranstaltung desselben Veranstalters in Abstimmung mit Polizei und Ordnungsbehörde des Landkreises entschlossen hat, dem Veranstalter einen Alternativstandort anzubieten. Hierbei sei auch eine Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit des Veranstalters sowie eine Überprüfung der angekündigten Bands für das Jahr 2017 erfolgt.

Das zweitägige Festival mit 13 Bands startet heute Abend auf dem Gelände des Gewerbegebietes Nordwest. „Wir werden sehen, wer kommt und wie es wird“, sagt Ronald Riehl: Einige Bands hätten schon abgesagt und im Internet seien bereits gekaufte Karten zum Verkauf angeboten worden, teilte er gestern mit.

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