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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Oktober 2017 | 11:22 Uhr

Umwelttag : Meetzen: 51 Altreifen im Graben

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Frühjahrsputz zwischen Meetzen, Rehna und Utecht. Hunderte Bürger beteiligen sich an der Aufräumaktion

von
erstellt am 14.Apr.2014 | 00:15 Uhr

Nicklas Diederichs ist der erste. Eine Viertelstunde vor der Zeit steht der 18-Jährige vor der Feuerwehr in Schlagsdorf, bereit zum Kampf gegen den Müll. Am Ende sind es fast dreißig Kinder, Erwachsene und Jugendliche, die in Schlagsdorf zum traditionellen Frühjahrsputz ausrücken. „Im letzten Jahr fiel die Aktion wegen des Schnees aus“, erinnert sich Kerim Ulrich vom Kulturverein.

In diesem Jahr blühen die Schlehen, die Sonne lacht. Überall in den 14 teilnehmenden Gemeinden füllen Freiwillige blaue Plastiksäcke mit achtlos Weggeworfenem. Während Erstklässlerin Tessa mit Papa René Schubert, Grundschullehrer Manfred Stanko und Heike Brauer die Strecke zwischen Schlagbrügge und Wietingsbek absammeln, ist der fünfjährige Mark Johannsen mit Opa Veit Wittfoth Richtung Groß Molzahn unterwegs. Schon wenige Meter hinter dem Ortsausgang ist der erste Sack voll. „Hier hat es einen Wildschaden gegeben. Wir haben Teile von Autospiegeln eingesammelt“, berichtet Wittfoth.

Plastikfolien, Pappbecher in Massen, ganze Batterien von Schnapsflaschen, Verpackungen füllen überall nach und nach die blauen Plastiksäcke. Zwischen Groß Molzahn und Dechow hat jemand einen Toilettenstuhl entsorgt. „Der liegt erst seit zwei Tagen da“, weiß Sandra Melchin, Jugendwartin der Feuerwehr in Dechow. Begleitet von Mischlingshund Dust säubert die Dechower Feuerwehr-Jugend die zweieinhalb Kilometer zwischen Dechow und Röggelin. „Vorm Frühjahrsputz entsorgen viele Leute gezielt ihren Müll an der Straße“, so die Dechowerin.

Aus Richtung Klocksdorf nähern sich Andrea Preß, Reiner Broitzmann und Doris Hesse, als langjährige Sammelprofis ausgestattet mit Handkarren für das Sammelgut. „Wir haben an der Badestelle eine komplette Kleidung gefunden“, berichtet Andrea Preß. Da ist der Fund von gefüllten schwarzen Plastiksäcken schon etwas gruseliger. „Aber sie waren unauffällig, nur Müll.“ Christian Grose und Andreas Harms sind mit Quads und Anhänger unterwegs, sammeln Müllsäcke und sperrige Fundstücke ein, fahren sie zum Container nach Carlow. Am Ende sind es dort fast 24 Kubikmeter Müll. „Eine Matratze, noch mit Spannbettlaken, und ein Fernseher waren die größten Stücke“, so Harms. Während die Erwachsenen mit Wurst, Bier und Dank vom Bürgermeister Baumann belohnt wurden, erhielten acht Kinder, die den Spielplatz putzten, den ganzen Sand durchsiebten, ein großes Eis als Dankeschön.

Erst die Arbeit und dann die Geselligkeit: Die Dorfgemeinschaft von Meetzen /Holdorf mit dem Förderverein der Feuerwehr und der Jagdgemeinschaft mit Angelverein brachten nicht wenige Müllberge ans Tageslicht. „Knackpunkt war der Demerner Weg. 51 Reifen und das Hinterrad eines Traktors haben wird aufgesammelt“, sagt Egon Kellutat. Damit nicht genug. Auslegeware, ein Blumentopf, ein Mopedrahmen und Fenster waren weitere Fundstücke. „Und zwei Säcke mit Altkleidern“, sagt Jenny Palm. Gemeinsam mit Thomas Boldt organisierte sie die Verpflegungsstrecke nach dem erfolgreichen Frühjahrsputz am Feuerwehrgerätehaus.

In der Stadt Rehna beteiligten sich nach Angaben von Bürgermeister Jochen Oldenburg zirka 100 Bürger an der Aufräumaktion. Darunter Schüler des Biokurses der Regionalschule. Laura Pflüger und Merit Ollmann beprobten mit Biolehrer Torsten Richter nach erfolgter Reinigung ein Kleingewässer am Kloster. „Der ph-Wert ist gut, die Nitrit- und Nitratwerte sind es ebenfalls - das Gewässer hat eine ausgezeichnete Wasserqualität“, so Richter. Der kleine Forschungsbeitrag der Jugendlichen zum Umwelttag beinhaltete einen praktischen als auch einen Bildungsanteil. Laura Pflüger und Merit Ollmann sind begeistert: „Es mag verrückt klingen, dass wir am Sonnabend etwas mit der Schule unternehmen, aber die Aktion ist interessant und bereitet uns viel Freude.“



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