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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 02:59 Uhr

Serie am Sonnabend : Medienstar auf langen Beinen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Wissenswertes aus der Natur erfahren / Die Nandus von Utecht

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2014 | 00:53 Uhr

Der Nandu ist der Medienstar des Biosphärenreservates. Ob Fernsehen, Radio oder Presse, alle haben sie schon über den exotischen Vogel berichtet. Nicht nur seine auffällige Erscheinung macht ihn so interessant, sondern auch sein besonderes Sozialverhalten und vor allem die Tatsache, dass er eigentlich gar nicht hierher gehört. Dabei ist der Nandu nur eine von vielen Arten auf der langen Liste der „Neozoen“, was nichts anderes heißt als „Neue Tiere“ und Arten bezeichnet, die nach dem Jahr 1500 durch direkte oder indirekte Aktivitäten der Menschen angesiedelt wurden. In Deutschland geht man von mehr als 1000 Neozoenarten aus, unter anderem gehören Damwild, Fasan und Regenbogenforelle dazu. Die Nandu Population im Norden des Biosphärenreservates hat ihren Ursprung in 6 Tieren, die 2001 einem Züchter in Schleswig Holstein entlaufen sind. Ihre natürliche Heimat haben Nandus in Südamerika. Zweimal im Jahr, im März und im Oktober, werden die Vögel durch die Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung gezählt. Im Herbst, wenn auf den abgeernteten Feldern die Landschaft einsehbar ist, gibt die Zählung Aufschluss über die Anzahl der Altvögel und den Bruterfolg des Jahres. Für den Bruterfolg ist bei den Nandus hauptsächlich der Hahn verantwortlich. Er bebrütet die Eier und kümmert sich auch um die Jungenaufzucht. Ein Gelege umfasst meist mehr als 20 Eier, die von mehrere Hennen in das Nest gelegt wurden.

Die Frühjahrszählung gibt dann Aufschluss über die Verluste des Winters. Während die Altvögel unbeschadet über den Winter kommen sind die Verlust der Jungvögel meist erheblich. In den Wintern 2009/10 sowie 2010/11 überlebte von 82 bzw. 30 Jungvögeln jeweils nur eines. Den darauffolgenden Winter überlebten jedoch mehr als 50 Jungvögel, was zu einem deutlichen Anwachsen der Population führte. In diesem Herbst wurden 83 Altvögel und 57 Jungvögel gezählt.

Nach einer Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz gilt die Art zur Zeit nicht als invasiv, da bislang nicht nachgewiesen werden konnte, dass sie negative Auswirkungen auf heimische Arten hat. Der Nandu wird daher auf einer sogenannten Grauen Liste geführt, was bedeutet, dass er zur Zeit nur zu beobachten ist und weiterhin nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt ist.
Leider gibt es bei uns Menschen, die die Nandus füttern. Damit tun sie den Tieren keinen Gefallen. Wenn die großen Vögel dadurch ihre natürliche Scheu vor den Menschen verlieren, kann das durchaus gefährlich werden.

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