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Treppenläufer aus Schönberg : Mecklenburger Himmelsstürmer

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Vier Feuerwehrleute aus Nordwestmecklenburg sind erfolgreich beim deutschlandweiten „Skyrun“ in Düsseldorf gestartet

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 04:45 Uhr

Platz elf von insgesamt 256 Teams – das ist das Ergebnis für Christian Warobiow (27) von der Feuerwehr Schönberg und Volker Janzer (20) von der Feuerwehr Hohen Viecheln beim 10. Firefighter Skyrun in Düsseldorf. „Mit dem Ergebnis sind wir hochzufrieden“, strahlt Christian Warobiow. „So weit sind wir noch nie gekommen. Auch über die Zeiten sind wir happy, denn wir sind über alle fünf Runden konstante Zeiten gelaufen.“ Während Warobiow schon zum sechsten Mal beim Skyrun mitgemacht hat, war es für Janzer eine Premiere. „Ich wusste, dass die Schönberger sehr sportlich sind. Sie haben mich überzeugt, da mal mitzumachen“, strahlt der Industriemechaniker, der die Entscheidung nicht bereut hat.

Denn der Treppenlauf in der Rheinmetropole ist ein ganz besonderer Vergleich unter Feuerwehrleuten. Das Ziel: die 25.Etage des Arag-Towers möglichst schnell zu erreichen. Der Weg dorthin führt über 3000 Stufen. Das Besondere: Warobiow, Janzer und die anderen Feuerwehrleute tragen keine kurzen Hosen, keine T-Shirts und keine Turnschuhe, sondern eine komplette Feuerwehrschutzausrüstung. Hinzu kommt noch ein Atemschutzgerät auf dem Rücken. Insgesamt sprinten die Brandschützer mit zusätzlichen 22 Kilogramm bis zur Aussichtsplattform des Arag-Towers.

In der ersten Runde war die Zeit entscheidend. In 5,38 Minuten schafften Warobiow und Janzer die zweite Runde. Damit zählten sie zu den besten 128 Teams, die sich für die K.O.-Runde qualifizierten. Das heißt, jetzt war es für die Feuerwehrleute aus Nordwestmecklenburg kein Wettlauf mehr gegen die Zeit. Es folgten zeitgleiche Starts in parallelen Treppenhäusern gegen andere Feuerwehrteams aus ganz Deutschland. Gegen die Freiwillige Feuerwehr aus Volkmarsen kein Problem. Das Duo gewann in 5,32 Minuten. Sechs Sekunden länger brauchten Warobiow und Janzer gegen das Team der Feuerwehr aus Ense-Höigen. Sogar die Berufsfeuerwehr Wilhemshaven hatte gegen die Nordwestmecklenburger (5,46 Minuten) keine Chance.

Für Warobiow und Janzer eine gute Leistung, die jedoch mit starken Schmerzen verbunden war. „Ab der zehnten Etage brennen die Oberschenkel wie die Hölle“, erzählt Warobiow. „Aber man will sich und den Partner ja nicht enttäuschen, will so weit wie möglich kommen. Deshalb haben wir die Schmerzen auf uns genommen“, so der 27-Jährige. Im Achtelfinale war für ihn und Janzer jedoch Schluss. Mit einer Zeit von 5,51 Minuten unterlagen sie einem Team der Berufsfeuerwehr Düsseldorf.

Aus Sicht von Warobiow haben sich der weite Weg nach Düsseldorf und die lange Vorbereitung gelohnt. Seit April haben sie für den Skyrun trainert. Anfangs sind sie die Stufen des Ernst-Barlach-Gymnasiums hoch- und runtergelaufen, später zum Maritim-Strandhotel nach Travemünde gefahren – nicht um den maritimen Blick aus 115 Metern Höhe zu genießen, sondern um sich fit für den Höhepunkt des Jahres im Arag-Tower zu machen. „Bis in die 25. von 32 Etagen sind wir mehrmals pro Training gelaufen. Das sind 500 Stufen“, berichtet Warobiow.

Neben ihm und Janzer hat sich mit Chris Spatta (20) und Holger Bade (44) von der Schönberger Feuerwehr ein zweites Team aus Nordwestmecklenburg für die zweite Runde in Düsseldorf qualifiziert. Die Zeit: 6,34 Minuten. Beim zweiten Start lief es nicht ganz so gut für das Schönberger Duo. Es unterlag Brandschützern aus Saarlouis mit einer Zeit von 7,21 Minuten. „Wir hatten einen sehr starken Gegner und leider ist mein Partner gestürzt“, sagt Holger Bade. Der Einsatzleiter der Schönberger First-Responder-Gruppe ist mit 44 Jahren die Treppen des Arag-Towers hochgesprintet, hat sich zusammen mit Volker Janzer, Christian Warobiow und Chris Spatta lange darauf vorbereitet. „Die Fitness, die ich dafür brauche, übersteigt die, die ich als Berufsfeuerwehrmann haben sollte, um einiges“, erzählt Bade von einem tollen Erlebnis für ihn und die anderen aus Nordwestmecklenburg beim Skyrun in Düsseldorf.

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