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Optimismus in Rehna : Martensmann nimmt zweite Hürde

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Landeskulturrat unterstützt Antrag der Stadt zur Anerkennung als Brauchtum. Entscheidung könnte in einem Jahr fallen

svz.de von
erstellt am 09.Apr.2016 | 04:45 Uhr

Auf dem Weg zum immateriellen Kulturgut hat der Martensmann eine zweite Hürde genommen. Der Landeskulturrat MV hat dem Ansinnen einstimmig zugestimmt. „Wir stellen fest, dass es im Land einen wiederentdeckten Sinn für Brauchtümer gibt“, sagt Michael Körner, Vorsitzender des Landeskulturrates. Das wolle das Gremium unterstützen. „Es gibt Brauchtümer, die niemand pflegt und die sterben aus. Bei anderen hingegen gibt es die Bereitschaft, sie zu erhalten.“

So wie in Rehna. Das Martensmannfest wird bereits seit 24 Jahren gefeiert. Nicht ohne Grund, denn das Deutsche Haus gilt nachweislich als Übernachtungsstätte des Boten. Womöglich seit 1227 übernachtete der Martensmann hier auf seiner Reise von Lübeck nach Schwerin. Der Überlieferung nach brachte er im Auftrag der Lübecker Kaufleute dem Herzog zu Schwerin ein Fass Wein.

Bis Rehna und der Martensmann in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes(IKE) aufgenommen werden können, dauert es wohl noch eine Weile. Denn nach dem Landeskulturrat muss die Kultusministerkonferenz entscheiden. Sie tagt im Dezember. Ist auch sie der Meinung, der Martensmann verdiene die Anerkennung als Brauchtum geht der Antrag zur Unesco. Dort wird dann schlussendlich die Entscheidung getroffen. Und die Chancen stehen gut. „Grundsätzlich stehen die Experten diesen Vorschlägen wohlwollend gegenüber“, sagt Benjamin Hanke von der Unesco.

Für die Organisatoren des Martensmannfestes würde das bedeuten: Sie bekommen von der Unesco eine Plakette verliehen, die sie für nicht kommerzielle Aktivitäten rund um den Martensmann nutzen können. Eine finanzielle Unterstützung seitens der Unesco wird es nicht geben. Es gehe eher darum, „die Träger solcher Brauchtümer zu stärken“, sagt Hanke. Im Gegensatz zu dem Titel Unesco-Weltkulturerbe wie ihn Wismar trägt, müssen die Rehnaer aber auch keine Auflagen beachten. Soll in der Wismarer Altstadt umgebaut werden, muss ein Beirat dies erst absegnen. Im Oktober 2015 hatte Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg den Antrag zur Sicherung des Martensmannfestes als Brauchtum unterschrieben.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern schickt noch das Barther Kinderfest, das Tonnenabschlagen auf Fischland-Darß und den Martinimarkt Parchim in das Rennen.

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