Versteigerung in Hohen Wieschendorf : Marina für drei Millionen Euro verkauft

Die größte Investruine des Landes ist gestern bei einer Zwangsversteigerung unter den Hammer gekommen. herbert kewitz
Die größte Investruine des Landes ist gestern bei einer Zwangsversteigerung unter den Hammer gekommen. herbert kewitz

Die größte Investitionsruine des Landes, die Marina in Hohen Wieschendorf bei Wismar, ist bei einer Zwangsversteigerung in Grevesmühlen unter den Hammer gekommen.

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27. Oktober 2011, 08:32 Uhr

Grevesmühlen | Die größte Investitionsruine des Landes, die Marina in Hohen Wieschendorf bei Wismar, ist bei einer Zwangsversteigerung in Grevesmühlen unter den Hammer gekommen. Das erste Gebot von Oliver Soini war zugleich das einzige. Drei Millionen Euro hat er für die Marina geboten. Soini gehört zur "ad usum 163 Beteiligungs-GmbH" aus Frankfurt am Main. Was die Firma mit der Marina genau vor hat, wollte Soini nicht sagen. Auch ein Foto lehnte der Mann ab.

Der Verkehrswert des Yachthafens mit seinen mehr als 20 Ferienhäusern beträgt rund 5,3 Millionen Euro. Laut Amtsgericht Grevesmühlen hätte das Gebot die Hälfte des Verkehrswertes nicht unterschreiten dürfen. Die Gläubigerbank aus München hat nun zwei Wochen Zeit, den Zuschlag zu erteilen. Erst dann wechselt die Marina endgültig den Besitzer.

Die Suche nach einem neuen Eigentümer dauert mittlerweile acht Jahre. Bislang scheiterten alle Versuche. Die zweite Zwangsversteigerung zum Beispiel, weil ein Interessent aus Andorra die Sicherheitsleistung nicht bezahlen konnte. Beim dritten Termin bot ein Investor aus Schwerin 2,6 Millionen Euro. Der Gläubigerbank aus München war das zu wenig. Sie ersteigerte die Investruine selbst - für 3,1 Millionen Euro. Allerdings bestätigte sie den Kauf anschließend nicht innerhalb von zwei gesetzten Fristen. Deshalb wurde sie jetzt erneut versteigert.

Hohenkirchens Bürgermeister Jürgen Mevius ist "vorsichtig optimistisch", dass es diesmal endlich etwas wird mit einem neuen Investor für die Marina. "Ich bin erst einmal froh, dass es heute überhaupt jemanden gab, der ein Angebot abgegeben hat. Jetzt müssen wir uns erst einmal schlau machen, wer der Mann ist und wer hinter der Firma steckt."

Seit Mitte 2004 wird im Yachthafen in Hohen Wieschendorf nicht mehr gebaut. Zur Marina gehören insgesamt 120 Boots-Liegeplätze und 84 Ferienwohnungen. Ob und wann dort weitergebaut werden kann, ist unklar. Das Problem: Es liegt keine Baugenehmigung vor, die hat der Landkreis Nordwestmecklenburg im vergangenen Jahr entzogen. Erschwerend hinzu für einen Investor kommt, dass die Wismarbucht inzwischen zum Vogelschutzgebiet erklärt wurde.

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