Baustart in Gross Salitz : Marienkirche erhält neues Farbkleid

Architektin Christine Johannsen, Bauleiter Rinko Berg und Restaurator Matthias Bresien (v.l.) besprechen die Mauerwerksreparatur. Fotos: Volker Bohlmann
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Architektin Christine Johannsen, Bauleiter Rinko Berg und Restaurator Matthias Bresien (v.l.) besprechen die Mauerwerksreparatur. Fotos: Volker Bohlmann

Neugestaltung des Innenraumes für rund 250 000 Euro

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24. Juni 2017, 05:00 Uhr

Barock, mittelalterlich oder ganz in Weiß? In Groß Salitz ist die Entscheidung über die Neugestaltung des Innenraumes der mehr als 700 Jahre alten Dorfkirche gefallen. „Der Bau erhält eine neue Farbfassung. Wir werden die mittelalterlichen Malereien sichern“, sagt Christine Johannsen. Die Hamburger Architektin mit der Spezialisierung auf historische Kirchen kündigte jetzt den Start der Sanierungsarbeiten unter dem Dach der backsteingotischen Marienkriche an.

Ein lang ersehnter Wunsch geht für die Kirchgemeinde Gadebusch in Erfüllung. Ein Projekt, das mit zirka 250 000 Euro zu Buche schlagen wird. Viel Geld, aber aus Sicht der Groß Salitzer und der dazugehörigen Kirchgemeinde Gadebusch gut angelegt. In Zukunft wird der sakrale Bau als Anlaufpunkt für Radtouristen beworben.

Bevor das neue Antlitz Gäste und Einheimische erfreut, stehen schweißtreibende Arbeiten wie das komplette Einrüsten des Innenraumes an. Aus Sicht der Mitarbeiter der Gerüstbaufirma Klein aus Grevesmühlen ein scheinbar alltägliches Geschäft. Sie legen binnen einer Woche die stählerne Rüstung bis unter die Bögen der Dorfkirche. Ein Muss wie Christine Johannsen, Restaurator Matthias Bresien und Bauleiter Rinko Berg in luftiger Höhe verdeutlichen: „Es gibt Schadstellen im Putz. Diese sind im Vorfeld auszubessern.“

In der kommenden Woche erfolgt der Baustart. Nur so lässt sich der eng gesteckte Zeitplan zur vollständigen Umsetzung des Projektes bis in den Herbst hinein realisieren. „Beim Auftragen der Farben darf es nicht kühler als zehn Grad Celsius sein“, sagt Bresien. Mit großem Interesse erklärt er die von Fachleuten freigelegten Malereien an der Decke. „Sie stammen aus der Erbauerzeit, so um 1280. Andere Farbgebungen wurden zirka 50 Jahre später an den Rippenbögen hinzugefügt. Um 1600 erfolgte die Barockfassung der Kirche.“ Eine Fassung wie sie sich heute in Teilen zeigt.

Restaurator Matthias Bresien würde in der aktuellen Sanierungsphase nur zu gerne die historischen Malereien herausarbeiten. Die Denkmalpflege kam zu einer anderen Erkenntnis. Ein möglicher Widerspruch zwischen der mittelalterlichen Wandmalerei und barocken Ausstattung war für die Behörde richtungweisend. Im Ergebnis wird es eine einfarbige Raumgestaltung mit neuen künstlerischen Elementen geben. Das heißt: Die neuen Farbschichten werden die historischen Bilder schützen. Deren Freilegung bleibt nachfolgender Generation vorbehalten. Ein Weg, den die Kirchgemeinde in Groß Salitz nach zahlreichen Gesprächen mitträgt, wie Mitglied Hans Peschke verdeutlicht. Nicht zuletzt sollte das Werk für die heutige Generation in Vollendung gehen.

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