Wismar : Männerschreck und super Sprinter

Traut sich ganz nah an die Straußen: Andrea Held.
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Traut sich ganz nah an die Straußen: Andrea Held.

Der Blickfang am Anfang des Tierparks sind die vier Blauhalsstrauße – Ganz harmlos sind sie aber nicht

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24. Mai 2019, 12:00 Uhr

Der Wismarer Tierpark, der einzige in ganz Nordwestmecklenburg, wird 50. Mit seiner Mischung aus Tier und Abenteuer, Exoten und Haustieren lockte er 2018 137 000 Besucher. Bis zum Jubiläum im Oktober blickt die SVZ nun hinter die Kulissen und in die Gehege. Heute: Der Blauhalsstrauß.

Neugierig spähen sie in den Stall, Tierpflegerin Andrea Held steht dort und neben ihr das Futter. Es gibt Pferdemüsli: Pellets, Haferflocken, Mais. Salat ist weniger beliebt, denn in ihrem Gehege direkt am Eingang des Parks ist viel Gras.

Den Kopf in den Sand stecken sie aber nicht, wie das Klischee besagt. „Das sieht nur so aus“, sagt die Tierpflegerin. Um ihre Nahrung zu zerkleinern, nehmen sie so Steinchen auf und beugen ihren Kopf.

Dafür haben sie andere Superkräfte. Sie können zwar nicht fliegen, aber „sie können laufen, bis zu 70 km/h“, sagt Andrea Held und ergänzt: „Und mit ihren Krallen können sie sich wehren.“ Wie schnell die Tiere in Gefahrensituationen werden, hat der Tierpark bereits miterlebt. Vor einigen Jahren war ein Hund eines Besuchers ins Gehege gelangt. „Ein Strauß war so in Panik, dass er nur noch gelaufen ist“, erinnert sich Held. „Er ist durch die Zäune durchmarschiert.“ Und endete im dahinterliegenden Rotwild-Gehege. Sogar die Polizei war vor Ort. Ein Einzelfall, betont Held.

Die ersten Tiere hießen Max, Gertrud und Frieda. Die Namen sind geblieben. Der Neuzugang, der im August 2017 schlüpfte, hat aber noch keinen. Das liegt auch daran, dass sein Geschlecht noch unbekannt ist. Entweder schicke man eine DNA-Probe ins Labor, oder man warte, bis sich das Gefieder braun oder schwarz färbt, erklärt Held.

Gerade wartet die Tierpflegerin wieder auf Nachwuchs. Eine Henne brütet. Bei den Straußen ist das gleichberechtigt. „Beide brüten: Er nachts und sie tagsüber“, sagt Andrea Held. Daher auch die Gefiederfarben. Das braune Weibchen ist tagsüber im Sand gut getarnt, das schwarze Männchen im Dunklen. An die 42 Tage dauert es bis zum Schlüpfen. „Sie sitzt schon eine ganze Weile“, verrät Andrea Held. Eine Garantie gibt es aber nicht: „Sie brüten draußen und viel Regen wirkt sich negativ aus.“

Übrigens: Auf manche männlichen Besucher sind die Straußen gar nicht gut zu sprechen und „machen eine Welle“, so Held. Ihr ärgster Feind: Parkdirektor Michael Werner.

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