Gadebusch : „Luther“ ist im Probenstress

Vor den Augen von Regisseur Stefan Bullrich proben Henning Eggers und Jannik Joop (r.) eine der Theaterszenen. Am 16. und 18. November wird das Stück zu sehen sein.
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Vor den Augen von Regisseur Stefan Bullrich proben Henning Eggers und Jannik Joop (r.) eine der Theaterszenen. Am 16. und 18. November wird das Stück zu sehen sein.

Gymnasiasten bereiten eine einstündige Aufführung in der Gadebuscher Stadtkirche vor. Premiere ist am 16. November

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19. September 2017, 04:45 Uhr

„Ich hasse dich, ich hasse dich“, jammert ein Mann in Mönchskutte. Er liegt am Boden der Gadebuscher Stadtkirche und krümmt sich. Fix und fertig scheint dieser Mann zu sein, dem es normalerweise ziemlich gut geht. Nur jetzt, in diesem Moment schauspielert er eben, weil es so im Skript steht.

„Luther“ heißt das Stück, für das zwölf Gadebuscher Gymnasiasten hier proben. Am 16. und 18. November soll es jeweils von 19 Uhr an in der Stadtkirche aufgeführt werden. Regisseur ist der Religions- und Musiklehrer Stefan Bullrich. Zahlreiche Bücher zum Thema Martin Luther wälzte er in den vergangenen Monaten, um im Lutherjahr ein Stück Geschichte auf die Bühne bringen zu können. Und er hofft, dass möglichst viele Besucher sich dieses Stück anschauen werden. „Sie können sich auf eine sehr erlebnisreiche Stunde freuen und werden nach dem Stück mehr über Luther wissen. Außerdem glaube ich, dass viele Zuschauer auch von den schauspielerischen Leistungen unserer Darsteller begeistert sein werden und sagen: ,Das hat sich gelohnt, hier hin zu gehen‘.“

Zurück zu dem Mann am Boden. Henning Eggers heißt er und spielt den Reformator Martin Luther. Sieben, acht Seiten Text prägte er sich in den vergangenen Wochen ein. „Die große Herausforderung ist, sich in Luther hinein zu fühlen. Es ist schon kompliziert, eine solche Person, die einen großen Einfluss auf die Geschichte hatte, mit Würde zu spielen“, meint der Elftklässler aus Klein Welzin.

Als sich in der Probe ein zweiter Mann in Mönchskutte nähert, hallen Regieanweisungen durch das Gotteshaus: „Lass dir Zeit beim Gehen. Mach kleine, bedächtige Schritte und vergiss nicht: Der dort am Boden liegt, ist fix und fertig.“

Die Kostüme, die die jungen Schauspieler anhaben, stammen aus dem Fundus des Mecklenburgischen Staatstheaters. Luca Anne Kern wird sich gleich drei dieser Kostüme schnappen. Denn die 14-jährige Gadebuscherin spielt den Ablassprediger Johannes Tetzel, den Theologen Phillipp Melanchthon und Martin Luther in Kindertagen. Auch sie ist Mitglieder der Theatergruppe des Gymnasiums.

Die Theateraufführung in der Stadtkirche wird quasi der Abschluss einer ganzen Veranstaltungsreihe zum Thema Luther sein. „Uns war es wichtig, auch das Gymnasium dabei mit einzubeziehen. Der Religions- und Musiklehrer Herr Bullrich war davon sofort begeistert. Und so reifte der Gedanke, ein Theaterstück über Luther aufzuführen“, sagt Gerhard Schotte vom Organisationsteam.  

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