Petrikirche zu Demern : Luther geht durch den Magen

Lätzchen um und los: Die Besucher des Luther-Mahls genießen den Abend in der Petri-Kirche zu Demern. Fotos: Holger Glaner
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Foto: Holger Glaner

Der Förderverein der Petrikirche zu Demern gedachte dem Reformator mit einem spätmittelalterlichen Schmaus

svz.de von
25. September 2017, 05:00 Uhr

Futtern wie bei Luthern … – Unter diesem Motto ließen es sich am Sonnabend in der Kirche Demern die Besucher eines Martin- Luther-Essens so richtig gut gehen. Organisiert hatte den mittelalterlichen Schmaus der Förderverein der Petrikirche zu Demern e.V..

„Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket?“ Mit diesem Spruch aus der Zeit des großen Reformators begrüßte Yvonn Wulff in der Rolle von Luthers Frau Katharina von Bora unter dem Altar der Kirche die gespannten Gäste. Und die durften sich freuen. Denn Luther hatte offenbar gern gegessen und getrunken. Und so hatten Mitglieder des Fördervereins nicht nur aufwendig recherchiert, was im späten Mittelalter so alles auf den Tisch kam, sondern die Leibgerichte des Theologie-Professors einmal nachgekocht.

Und das war gar nicht so einfach. Denn als Luther lebte, gab es beispielsweise keine Kartoffeln, stattdessen wurde Brot aus Ur-Getreide gegessen. Reis musste importiert werden und das war teuer und nicht für jeden erschwinglich. Die Menschen griffen also auf das zurück, was die Region hergab: Hülsenfrüchte wie Linsen oder Erbsen. Und für Fleisch brauchte es eine Art Sauce, früher Tunke genannt. Dafür wurden gern Pflaumen verwendet, dazu grüner Pfeffer, Essig, Wein und Zucker.

„Eines von Luthers Leibgerichten war eingelegter Hering mit Erbspüree“, erzählt Karin Homann. 52 Menüs hat die Vorsitzende des Fördervereins mit ihrem Team vorbereitet. Zehn Liter Gemüsetunken mussten gekocht werden, 60 Brote von einem befreundeten Bäcker gebacken, gut 20 Kilogramm Fleisch von einem Fleischer vorbereitet werden. Das Meiste allerdings wurde selbst gemacht. Sechs Monate Vorbereitung waren notwendig, um das alle drei bis vier Jahre stattfindende Themen-Menü vorzubereiten. Luther-Bier musste gesucht, gefunden und im Internet bestellt, Johannisbeer-Schnaps angesetzt und jede Menge Geschirr gekauft werden. Klar, muss ja auch alles stilecht rüberkommen.

So wie beispielsweise die Kostüme, in die die Mitglieder des Fördervereins an diesem Abend geschlüpft waren, und die passende Musik durch das Schweriner Blockflöten Ensemble. Fazit: Ein äußerst gelungener Abend. Luther auf die kulinarische Art. 

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