Abschied : Lützower Trainer hängt Fußballschuhe an den Nagel

Dieses Geschenk vergisst Martin Weigelt nicht so schnell.
Dieses Geschenk vergisst Martin Weigelt nicht so schnell.

Martin Weigelt trainiert seit drei Jahren die F-Jugend der Sportgemeinschaft Lützow. Jetzt hat sich der 27-Jährige verabschiedet.

svz.de von
28. Dezember 2013, 00:15 Uhr

Aufgeregt laufen die 17 sieben- bis achtjährigen Jungen und Mädchen in der Lützower Turnhalle hin und her. Es ist Donnerstag und das bedeutet für die Kleinen Fußballtraining. Für sie ist es die letzte Trainingseinheit des Jahres 2013 – und für Martin Weigelt sogar die letzte als Trainer überhaupt.

„Ich bin schon ziemlich traurig, dass ich nun aufhöre“, sagt Weigelt. Schließlich habe er gemeinsam mit Michael Strohkirchen die Kinder seit der G-Jugend betreut. Heute spielen die Kinder in der F-Jugend. Durch einen neuen Beruf könne der 27-Jährige die Doppelbelastung allerdings nicht mehr stemmen und müsse gehen – nach gut 20 Jahren in dem Verein. Denn Weigelt selbst begann seine Fußballkarriere als Siebenjähriger bei der Sportgemeinschaft SG Theodor Körner Lützow. Neben der Arbeit habe er bei der Freizeitmannschaft trainiert. Vor gut drei Jahren hat ihn Maik Kattenberg, Verantwortlicher für Fußball, angesprochen, um eine G-Jugend zu gründen. „Angefangen haben wir mit nur vier oder fünf Jungs.“

Seither hätten die jungen Kicker nur wenig Niederlagen einstecken müssen, aber in der laufenden Saison sieht dies nun anders aus. „Wir haben leider jedes Spiel verloren. Aber das faszinierende an den Kleinen ist, dass sie nie die Köpfe hängen lassen. Sie wollen immer weiter spielen“, sagt Weigelt stolz. „Beim Training haben wir immer darauf geachtet, dass die Jungs und Mädels richtiges Verhalten lernen“, fügt der 27-Jährige hinzu. Fairness war besonders wichtig – auch abseits des Fußballfeldes. Dies kostete aber auch einige Nerven. „Beim Training hatten wir eine gute Mischung aus Fingerspitzengefühl und Strenge.“ Ohne die Unterstützung der Eltern hätte dies aber nicht funktioniert, berichtet Weigelt .

Aus diesem Grund haben die Eltern und der Co-Trainer für ein Präsent zusammen gelegt – ein T-Shirt des Vereins mit einem Gruppenbild darauf. „Die Arbeit und die Kleinen werden mir auf jeden Fall fehlen“, sagt Weigelt gerührt. Zum Abschied heißt es dann ein letztes Mal: „Drei Runden laufen und wer nicht ordentlich mitmacht, bekommt eine Strafrunde dazu.“

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