Nerviger Qualm : Lützower sauer über Rauchwolken

Das Brenngut für das Brauchtumsfeuer an Ostern liegt schon bereit. „So entstehen deutlich weniger Rauchgase als durch viele kleine Feuer“, so Harald Ziel.
Das Brenngut für das Brauchtumsfeuer an Ostern liegt schon bereit. „So entstehen deutlich weniger Rauchgase als durch viele kleine Feuer“, so Harald Ziel.

Harald Ziel fühlt sich durch unzählige Gartenfeuer belästigt und plädiert für ein großes Osterfeuer / Landkreis empfiehlt Kompostierung

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24. März 2014, 12:00 Uhr

Harald Ziel ist gerne in seinem Garten. In diesen Tagen jedoch wird dem Lützower die Freude daran allzu häufig verdorben: Nämlich immer dann, wenn dicke Rauchschwaden über sein Grundstück ziehen. Im März und Oktober dürfen Gartenabfälle im Landkreis werktags ohne besondere Genehmigung – jedoch unter Einhaltung von Bedingungen wie festgelegte Zeiten und einer Brenndauer von nicht länger als zwei Stunden – verbrannt werden. Für Harald Ziel, dessen Garten an etliche Parzellen des Kleingartenvereins sowie diverse private Gärten grenzt, eine Einschränkung der Lebensqualität: „Je nachdem, ob die Sachen, die verbrannt werden, trocken sind oder räuchern und je nach Windrichtung ist es kilometerweit zu sehen und zu riechen. Hängt Wäsche draußen, kann man die gleich noch einmal waschen.“ Zudem fürchtet er eine übermäßige Belastung von Natur und Umwelt durch die Rauchgase der unzähligen Feuer.

Dabei weiß Harald Ziel ganz genau, dass jeder, der jetzt in seinem Garten ein Feuer entzündet, rechtlich auf der sicheren Seite ist. „Deshalb möchte ich zumindest an die Menschen appellieren, über Alternativen nachzudenken.“ Viele Gemeinden böten die kostenlose Annahme von Grünschnitt an. Zudem gäbe es fast immer die Möglichkeit der Kompostierung. „Mit mehreren Familien hier in Lützow bringen wir bereits seit Jahrzehnten nicht-kompostierbare, schädliche oder krankhafte Pflanzen oder Pflanzen, die nicht geschreddert werden können, zur großen Brennstelle unweit der Bundesstraße. Zu Ostern entzünden wir dann ein großes Brauchtumsfeuer.“ Der Vorteil aus Ziels Sicht: Ein großes Feuer an einem Tag statt vieler kleiner an vielen Tagen. „So entstehen auch deutlich weniger Rauchgase, die Belastung für Gesundheit und Natur und die Belästigung werden reduziert.“ Das Feuer meldet der Lützower jedes Jahr bei Polizei, Bürgermeister und Feuerwehr-Chef an. „Bevor wir es entzünden, kontrollieren wir, dass sich keine Tiere unter dem Haufen verkrochen haben und auch, das keine belasteten Stoffe darunter geschoben wurden.“

Aus genau diesem Grund sieht Iris Brincker, Leitende Verwaltungsbeamtin im Amt Lützow-Lübstorf, in der Idee eines zentralen Feuers grundsätzlich auch keine praktikable Alternative. „Wir haben gerade bei Osterfeuern immer wieder das Problem, dass Abfälle abgeladen werden, die dort nicht hingehören. Und dann muss entweder der Gemeindearbeiter oder die Feuerwehr das Brenngut vorsortieren.“ Man müsse bedenken, dass es immer auch Unvernünftige gäbe. „Diese Erfahrung haben wir auch mit einem Container als Sammelstelle gemacht. Der personelle Aufwand war sehr hoch. Deshalb gibt es in Lützow jetzt auch keine Möglichkeit der Grünschnitt-Abgabe mehr.“

Der Landkreis macht zum Verbrennen im heimischen Garten hingegen eine ganz deutliche Ansage: „Der Landkreis Nordwestmecklenburg befürwortet und empfiehlt ganz entschieden die Kompostierung pflanzlicher Abfälle. Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle ist immer eine Notlösung. Sie ist überhaupt nur zulässig, wenn eine Kompostierung ,nicht möglich oder nicht zumutbar‘ ist, wie es in der Pflanzenabfall-Landesverordnung heißt“, so Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises. Dabei sei Kompostieren aus Sicht des Landkreises grundsätzlich eigentlich immer möglich. Zudem gäbe es eine Reihe gewerblicher Anbieter sowie zahlreiche von den Gemeinden betriebene Kompostplätze bzw. Grünschnittsammelplätze. „Die GER Grevesmühlen bietet z.B. kreisweit gegen Gebühr eine Biotonne an.“

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