Bahnverbindung Schwerin-Rehna-Lübeck geht in die Prüfung : Lückenschluss: Gutachter unterwegs

Pro Bahn veröffentlichte jetzt  Entwürfe zu möglichen Schienenverbindungen.
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Pro Bahn veröffentlichte jetzt Entwürfe zu möglichen Schienenverbindungen.

Der von NWM geforderte Lückenschluss der Bahnstrecke Rehna-Schönberg erhält die Option "zur Prüfung aufgenommen". Darauf verständigte sich die Verbandsversammlung des regionalen Planungsverbandes.

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06. November 2010, 04:16 Uhr

Rehna/Schwerin | Das Gremium diskutierte die zahlreichen Stellungnahmen von Bürgern und Institutionen. "In der Diskussionsrunde gab es ein Für und Wider", sagt die Geschäftsführerin des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg, Dr. Gabriele Hoffmann.

Eine Eilentscheidung für das Bauvorhaben werde es aber nicht geben, was auf keinen Fall bedeute, dass das Bahnprojekt weggeschoben werde. Hoffmann: "Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsprüfung erfolgt die Analyse von Fahrgastzahlen und Straßenbelegungen." Nicht unwesentlich erscheint dabei "die Einbindung einer gesamten Region in die Metropolregion Hamburg". Dass Thema Lückenschluss sei zudem Bestandteil des Regionalen Nahverkehrsplans und stehe nicht hinten an. Ein erforderlicher Gutachterauftrag werde in Kürze vergeben, so Hoffmann.

Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg kündigte auf der jüngsten Stadtvertretersitzung noch für den Monat November ein Gespräch im Wirtschaftsministerium an. Ihm sei wichtig zu klären, ob das Bahnprojekt realistisch oder bekannte Angebote wie ein Haltepunkt vor der B 104 nicht eine bessere Variante für Rehna sei.

Das Aktionsbündnis Bahn mit Hans Werner aus Benzin verlangt aber eine deutliche Positionierung der Kommunalpolitiker: " Es geht um ein zukunftsweisendes Projekt. Eine Direktverbindung von Parchim über Schwerin, Lützow, Gadebusch und Rehna nach Lübeck sowie weiter an den Großraum Hamburg." Die vorgesehene Fehmarnbelt-Querung ermöglicht mit der besseren Anbindung der Hansestadt Lübeck ans skandinavische Schienennetz völlig neue Wege von und nach Mecklenburg. Folglich müsse der Aktionsplan von Nordwestmecklenburgs Landrätin Birgit Hesse, mit Lübeck im Jahr 2012 verkehrstechnisch und wirtschaftlich an die Metropolregion Hamburg anzuschließen, auch auf dieser Ebene die volle Unterstützung erhalten. Das Aktionsbündnis Bahn sehe nur einen Weg: Lückenschluss. "Rehna muss für junge Menschen attraktiv bleiben. Das Bahnprojekt gibt Studenten, Touristen sowie Arbeitnehmern neue Perspektiven", sagt Werner. Da seien Aussagen örtlicher Kommunalpolitiker "Zum Haltepunkt am Möbelwerk ist es genauso weit wie zum Bahnhof" wenig hilfreich. Werner: "Es darf und kann nicht allein um die privaten und wirtschaftlichen Interessen Einzelner in Rehna gehen. Allein das Gemeinwohl ist ausschlaggebend." Dafür spricht die jüngste Förderung des Landes: Mehr als 250 000 Euro flossen in die Sanierung der Bahnhofsstraße und Erhalt des historischen Bahnhofsgebäudes. Ein Bahnhof außerhalb der Stadt wäre aus Werners Sicht ein Eigentor.

Der Landesverband Pro-Bahn unterstützt die Planungen zur Schaffung der neuen Schienenverbindung. In der Oktoberausgabe seines Mitteilungsblattes "Der Fahrgast" befasst sich Pro-Bahn mit der Gliederung des Schienennetzes im Raum Schwerin-Lübeck. Der Streckenabschnitt Rehna-Schönberg erhält darin eine überregionale Bedeutung. Nach Ansicht der Bahnexperten würde über das geplante Gleisdreieck bei Bad Kleinen der Güterverkehr in Richtung Schwerin rollen und der Personennahverkehr über Schönberg-Rehna in die Landeshauptstadt Schwerin.

Finanzierungsprobleme der seit mehr als 100 Jahren angedachten Schienenverbindung sieht Hans Werner nicht. Neben umfangreichen Fördermöglichkeiten mit EU-Mitteln könnte das Land statt der auf Tourismus ausgerichteten Darß-Bahn (50 Millionen Euro) der Anbindung Nordwestmecklenburgs (ca. 20 Millionen) an die Metropolregion den Vorrang geben.

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