Forderung Bürgergemeinschaft Gadebusch : Lückenschluss für Radfahrer an der B 104

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Endstation: Am Abzweig Möllin endet der Radweg als einst gedachte Direktverbindung nach Rehna.volker Bohlmann

Ende im Gelände! Der Traum von Radweg-Verbindungen wie nach Rehna endet aktuell an der B104 am Abzweig Möllin. Wer weiter gen Norden touren will, der hat keine Chance, sein Ziel ohne Risiko zu erreichen.

svz.de von
22. Juni 2012, 06:28 Uhr

Gadebusch/Rehna | Ende im Gelände! Der Traum von Radweg-Verbindungen wie nach Rehna endet aktuell an der B104 am Abzweig Möllin. Wer weiter gen Norden touren will, der hat nur die Chance über Umwege, mit Geländefahrten oder risikoreich auf der viel befahrenen Bundesstraße sein Ziel zu erreichen. Das lehnt die Bürgergemeinschaft Gadebusch (BGG) ab.

Die Mitglieder sehen eher dringenden Handlungsbedarf beim Radwegeausbau. Ob ihnen zumindest der Lückenschluss für Radler an der B 104 in Richtung Lützow und nach Rehna gelingt, ist ungewiss, aber Stadtvertreter Wolfgang Joop sagt deutlich: "Wir brauchen neue Impulse und verlangen neben Antworten auch Taten vom Straßenbauamt und Landkreis." Auf Initiative der BGG will die Stadtvertretung im September eine Bestandsaufnahme vorlegen. Für Joop sind bereits heute die Zuständigkeiten klar geregelt: "Die Teilstrecken B 104 und nach Neubauhof liegen in der Verantwortung des Straßenbauamtes Schwerin sowie Gadebusch-Reinhartsdorf-Vietlübbe beim Landkreis."

Auf Landesseite ist das Problem, zumindest für den Bereich der B 104, nicht unbekannt. Dr. Rainer Kosmider, Abteilungsleiter Infrastrukturministerium, verdeutlicht in einem Schreiben an das Nachbaramt Rehna einen "akuten Nachholbedarf" gegenüber anderen Regionen.

Das betonten die Holdorfer bereits im Frühjahr in einem Beschwerdeschreiben an das zuständige Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung. Darin monierten sie die erneute Bauverschiebung auf das Jahr 2013. Verfasser des Briefes ist der Holdorfer Bürgermeister Peter Praeger. Kosmider antwortete ihm und machte deutlich, dass "der Bedarf unstrittig" ist. Allerdings fehlt dem Land das Geld. So stehen MV für das Jahr 2013 schätzungsweise 3,2 Millionen Euro für Radwege zur Verfügung. Die Bedarfsmeldungen der Straßenbauämter belaufen sich auf 12,2 Millionen Euro. Erschwerend kommt hinzu, dass der Bund seine Mittel kürzt. Kosmider betont, dass sich folglich nur "Abschnitte realisieren lassen, die direkt der Verkehrssicherung dienen".

Sicherheit, die liegt den Rehnaern und Gadebuschern nicht weniger am Herzen. Zumal die Verbindung für Schulkinder und Fahrradtouristen sinnvoll erscheint. Aus ihrer Sicht ist somit der gemeinsame Nenner für das Radwegeprojekt gefunden. Sie fordern statt Absichtserklärungen jetzt einen Baustart, wie er in 2011 angekündigt war. "Es gab Zusagen für die Abschnitte Ortslage Nesow bis zum Abzweig Nesow Dorf sowie Möllin-Holdorf", sagt Hans-Martin Buschhart, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Rehna auf Anfrage der SVZ.

Die Projekte sind nicht vergessen, signalisierte gestern eine Sprecherin des Ministeriums. Konkrete Aussagen gibt es aber nicht, so wird der Abschnitt Nesow-Abzweig Nesow Dorf "voraussichtlich 2013 gebaut" und der Bereich Abzweig Meetzen-Abzweig Möllin "voraussichtlich in 2014".

Als problematisch erweisen sich nach wie vor die Bemühungen im Abschnitt Nesow Dorf - Abzweig Meetzen. Eine Eigentümerin lehnt nach Angaben von Buschhart jede Zusammenarbeit ab. Tausch- und Kaufangebote wurden ausgeschlagen. Angesichts des öffentlichen Interesses gilt eine Enteignung jetzt als wahrscheinlich. Kein leichter Weg, gibt Kosmider zu verstehen: "Ein Baurechtsverfahren ist erforderlich und mit einer Realisierung ist nicht vor 2016 zu rechnen." Bei einem günstigen Verfahrensverlauf kommt ein "frühester Baubeginn in 2015 in Frage".

Dennoch wächst bei den Holdorfern der Unmut, werden Forderungen nach einem Baustart in den durchgeplanten Abschnitten laut. Holdorf kündigt sogar die Gründung einer Bürgerinitiative und Protestaktionen in Form von Straßensperrungen an. Ob sich die Gadebuscher im Verlauf der Bundesstraße 104 daran beteiligen, ist offen. Im September dieses Jahres wird im Rathaus von Gadebusch über den Radwegebau beraten.

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