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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. September 2017 | 09:39 Uhr

Gadebusch : Lob und Wut nach Windkraftforum

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Trotz ihrer Proteste befürchten Bürger, dass weitere Windräder vor ihrer Haustür errichtet werden

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Lob, Kritik, Enttäuschung – das gibt es nach dem Windkraftforum in Gadebusch. Ein positives Fazit zieht zum Beispiel Nordwestmecklenburgs Kreisbauernpräsident und Windkraft-Befürworter Jörg Haase. „Die Friedrich-Ebert-Stiftung hatte eine sehr gute Veranstaltung organisiert. Minister Pegel legte die Herangehensweie an das Vorhaben wunderbar dar. Und Rolf Christiansen stellte gut dar, wie der Regionale Planungsverband arbeitet.“ Nun müssten die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens abgewartet werden.

Enttäuscht zeigte sich der Gadebuscher Holger Hempel. Diese Veranstaltung habe fast nichts gebracht – auch keine neuen Ergebnisse. „Meine Erkenntnis ist: Die Demokratie geht den Bach runter. Es geht nur noch ums Geld“, sagte Hempel einen Tag nach dem Windkraftforum. Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest fordert: „Die Rechtslage ist zwar schwierig. Aber sie muss zu Gunsten der Bürger geändert werden. Eine 10H-Regelung wäre schon jetzt möglich“. Demnach müssten Windräder zehnmal so weit von Wohngebieten entfernt sein, wie sie hoch sind. Eine andere Erkenntnis ist für Howest: „Politik reagiert nur auf öffentlichen Druck und Lobbyismus.“

Rund 300 Bürger hatten an dem Forum zur Zukunft und Akzeptanz der erneuerbaren Energien in Mecklenburg teilgenommen. Einer von ihnen ist Heinz Gluth aus Schimm in der Gemeinde Lübow. Er zeigte sich „relativ enttäuscht“ von der Veranstaltung und befürchtet: In Westmecklenburg würden trotz der vielen Proteste von Bürgern weitere Windräder errichtet.

Der Regionale Planungsverband Westmecklenburg ist derzeit mittendrin in einem Abwägungsprozess zur Ausweisung neuer Windeignungsgebiete. Ihm liegen mehr als 3000 Stellungnahmen mit mehr als 5700 Datensätzen vor. Von den eingegangenen Stellungnahmen betreffen 344 Hinweise die Region Gadebusch. Es gibt zudem Listen mit 1732 Unterschriften. „Wir müssen jeden Punkt sauber abarbeiten, abwägen und dann durch die Gremien des Planungsverbandes eine Entscheidung herbeiführen“, sagte der Vorsitzende des Regionalen Planungsverbandes, Rolf Christiansen.

Ämter in Nordwestmecklenburg rechnen damit, dass bis spätestens Ende dieses Jahres die Ergebnisse voliegen.   

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