Gadebusch : Lob und Kritik beim Jahresempfang

Waldemar Kryjewski hatte mit 500 Kilometern die weiteste Anreise. Auch er und Hans-Christoph Struck (r.) füllten die Schloss-Spendenbox mit Geldscheinen.  Fotos: Michael Schmidt
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Waldemar Kryjewski hatte mit 500 Kilometern die weiteste Anreise. Auch er und Hans-Christoph Struck (r.) füllten die Schloss-Spendenbox mit Geldscheinen. Fotos: Michael Schmidt

Bürgermeister moniert Beschluss des Planungsverbandes.Landrätin kündigt Hilfe beim Einwerben von Fördergeldern fürs Schloss an

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22. Januar 2018, 05:00 Uhr

Musik aus den goldenen 20er-Jahren und Spenden für ein jahrhundertealte Schloss – dies und vieles mehr gab es beim Jahresempfang der Stadt Gadebusch im Saal der Freiwilligen Feuerwehr. Den musikalischen Part übernahmen dort der Sänger Jan Westendorf und Pianist Ilja Pril. Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest (parteilos) wiederum hielt eine Rückschau auf das vergangene Jahr und gab einen Ausblick auf 2018. Dabei sparte das Stadtoberhaupt nicht mit Kritik und bezog klar Stellung gegen einen weiteren Ausbau der Windkraft.

Vor den knapp 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Vereinen und Verwaltung sagte Howest wörtlich: Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass der Regionale Planungsverband Westmecklenburg die bislang geltende 7H-Regelung abgeschafft habe. „Dieser Beschluss des Regionalen Planungsverbandes zeigt, wie die Verantwortlichen konsequent Politik gegen den erklärten Willen der großen Mehrheit der betroffenen Bevölkerung macht“, sagte Howest unter dem Beifall der Gäste. Laut 7H-Regelung musste ein Windrad mindestens sieben Mal so weit entfernt von einem Wohnhaus stehen, wie es hoch ist.

Apropos weit: Die weiteste Anfahrt zu diesem Jahresempfang der Stadt Gadebusch hatte mit 500 Kilometern Waldemar Kryjewski auf sich genommen. Er war aus der Gadebuscher Partnerstadt Czarnkow angereist und zeigte sich begeistert davon, dass die Münzstadt 2017 ihr Schloss für 220 100 Euro zurückersteigert hatte. Er und weitere Gäste des Neujahrsempfanges nutzten die Gelegenheit, Geldscheine in die aufgestellte Schloss-Spendenbox zu stecken. Und Landrätin Kerstin Weiss (SPD) sicherte der Stadt Gadebusch die Unterstützung bei der Einwerbung von Fördermitteln zu – wenn die Kommune dies wünsche.

Neben der Schloss-Sanierung plant die Stadt Gadebusch den Abriss und Neubau der Sporthalle in der Heinrich-Heine-Straße. Der Planungsauftrag dafür ist im Dezember an ein Gadebuscher Ingenieurbüro erteilt worden. „Entgegen den Befürchtungen einiger Eltern und Lehrer kann ich versichern, dass diese Baumaßnahme unter keinen Umständen durch den Ankauf des Schlosses und dessen geplanten Sanierung verzögert wird“, sagte Howest. Nach seinen Angaben wird der Sporthallen-Abriss voraussichtlich Anfang nächsten Jahres beginnen. Noch im Mai soll mit der Ausschreibung des Projektes begonnen werden.

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