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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 19:54 Uhr

Pokrent : Literweise Altöl sickert in die Schilde

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Aufmerksamer Spaziergänger entdeckt in Pokrent einen „bunten“ Bach

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 20:55 Uhr

Eigentlich sollte der nachmittagliche Spaziergang für einen Pokrenter am Donnerstag ein erholsamer Ausflug in die Natur im kleinen Dörfchen Pokrent werden. Doch als sich der Familienvater mit seiner Tochter entlang der Wiesen neben dem kleinen Bach Schilde bewegte, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen.

„Das Wasser war ungewöhnlich bunt an der Oberfläche. Was zuerst eigentlich im Sonnenschein noch ganz lustig aussah und meiner Tochter gefiel, kam mir nach einigen Sekunden doch etwas merkwürdig vor“, erklärte er. Also informierte der junge Mann kurz vor 17 Uhr das Amt Lützow-Lübstorf. Dort erklärte man ihm, dass die untere Wasserschutzbehörde eingeschaltet werden müsse, um den Vorgang untersuchen zu können. „Leider konnte dann am Donnerstag nicht mehr so reagiert werden, wie es vielleicht nötig gewesen wäre, da die Reihenfolge der Amtswege eingehalten werden musste“, sagte der Anwohner.

Erst mehr als einen halben Tag später, am Freitag gegen 11 Uhr, wurden die Feuerwehren der umliegenden Orte informiert. Während die Kameraden aus Pokrent und Lützow bereits vor Ort waren, brauchte die ebenfalls zu Hilfe gerufene Gadebuscher Feuerwehr nicht mehr eingreifen, denn die Lützower Feuerwehr war bereits dabei, einen ölbindenden Schaum an der Stelle auf die Wasseroberfläche der Schilde zu bringen, an der das Öl scheinbar in den Bach eingeleitet wurde. „Mein Opa hat mir mal erzählt, dass hier noch viele alte Höfe einen Abfluss in die Schilde haben. Das kann also von überall kommen“, erklärte der Beobachter. Der war am gestrigen Morgen auch wieder vor Ort, um den Einsatzkräften die Lage vor Ort genau zu erklären und zu zeigen.

Während das Öl so gut wie möglich mit dem Schaum benetzt wurde, begaben sich andere Kameraden auf die Suche nach der Ursache und wurden schnell fündig. Auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) und einem späteren Pferdehof entdeckten sie unter einem Verschlag aus marodem Holz mehrere bis zum Rand mit Altöl gefüllte Fässer. Nur knapp einen Meter daneben fanden sie außerdem einen Schacht, der Sickerwasser in die Schilde bringen sollte. Die Korrosion hatte die seit Jahrzehnten dort lagernden Fässer stark angegriffen und zum Teil schon zerfressen. Tatsächlich war der Boden mit Öl verschmiert. Ein Öffnen des Schachtes brachte dann Gewissheit. Altöl war aus den Fässern in den Bodengrund gelangt und von dort in die Leitung etwa 200 Meter weiter in die Schilde.

Anwohner wollten von alledem nichts mitbekommen haben. „Wir wohnen seit 17 Jahren hier und haben das alles mit übernommen. Dass das irgendwann so kommt, war klar, aber es ist nicht unser Verschulden“, erklärte eine Anwohnerin.

Jetzt muss zunächst einmal das Altöl entsorgt werden. Über die Kosten müssen die Gesetzmäßigkeiten entscheiden. Wie stark die Natur in und an der Schilde verunreinigt ist, die nach 40 Kilometern in die Schaale mündet, konnte noch nicht festgestellt werden.

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