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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 20:57 Uhr

Streit : Linke rückt von Millionenprojekt ab

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Fraktions-Geschäftsführer: Alternativprüfungen zum Erweiterungsbau des Kreissitzes in Wismar gehören endlich auf den Tisch

von
erstellt am 11.Okt.2014 | 00:54 Uhr

Im Landkreis Nordwestmecklenburg rücken Teile der Linken vom geplanten Erweiterungsbau des Kreissitzes in Wismar ab. Sie sind nicht bereit, mögliche Mehrkosten in Millionenhöhe mitzutragen und fordern, dass Alternativen zu dem Erweiterungsbau auf den Prüfstand kommen. „Man muss notfalls bereit sein, auch Veränderungen vorzunehmen“, sagt der Geschäftsführer der Linksfraktion im Kreistag, Horst Krumpen. „Was wir definitiv nicht mittragen werden, ist, dass der Erweiterungsbau durch eine Erhöhung der Kreisumlage mitfinanziert werden soll“, so Krumpen weiter.

Teile der Linksfraktion gehen mittlerweile davon aus, dass der vom Kreistag beschlossene Erweiterungsbau mehr kosten wird als ursprünglich geplant. Zu Zeiten von Ex-Landrätin Birgit Hesse sei anfangs von Baukosten in Höhe fünf Millionen Euro die Rede gewesen. „Mittlerweile sind wir bei 8,1 bzw. 8,4 Millionen Euro. Es zeichnet sich ab, dass Berlin seinen Flughafen hat, Hamburg seine Elbphilharmonie und Nordwestmecklenburg diesen Erweiterungsbau“, so Krumpen. An Spree und Elbe war es mehrfach zu Kostensteigerungen in Millionenhöhe und Bauverzögerungen gekommen.

Mit dem Erweiterungsbau will der Landkreis Nordwestmecklenburg die bereits in Wismar beschäftigten Mitarbeiter – etwa 180 – an einem Standort konzentrieren. Die jetzige Situation mit mehreren Standorten in der Kreisstadt Wismar ist nach Angaben von Landrätin Kerstin Weiss (SPD) auf Dauer unwirtschaftlich und bürgerunfreundlich. „Die Anmietung von drei Objekten kostet jährlich ca. 200 000 Euro“, rechnet Weiss vor.

Die Unterbringung aller Mitarbeiter in Grevesmühlen sei in eigenen Gebäuden des Landkreises derweil nicht möglich. „Jede Anmietung oder Erweiterung dort würde ebenfalls erhebliche finanzielle Mittel verschlingen“, warnt die Landrätin.

Für Diskussionsstoff sorgt derzeit der Kreistagsabgeordnete Dennis Klüver (Piraten). Er will in der nächsten Woche Unterschriften für ein angestrebtes Bürgerbegehren sammeln, um den Erweiterungsbau zu stoppen. Dafür musste er bereits Kritik von Landrätin Kerstin Weiss einstecken: „Herr Klüver benutzt die Ankündigung eines Bürgerbegehrens populistisch eigens für sich.“ Ein entsprechender Antrag im Kreistag sei wahrscheinlich nicht öffentlichkeitswirksam genug, erzeuge nicht genug Aufmerksamkeit, so Kerstin Weiss. Klüver hält dagegen: „Wir haben mehrfach vergeblich auf die Einsicht beim Landkreis gehofft und haben uns deshalb für ein Bürgerbegehren entschieden.“


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