Sondermülldeponie : Linke kritisiert Gutachterprogramm

Die Deponie Ihlenberg
1 von 2
Die Deponie Ihlenberg

von
17. Februar 2014, 00:12 Uhr

Die Mülldeponie Ihlenberg bleibt Thema im Nordwesten. Die Linkspartei monierte auf ihrer jüngsten Kreisvorstandssitzung die „Gutachteristis“ des Landes, vor einer möglichen Schließung der Deponie. Auslöser sind die jüngsten Äußerungen von Wirtschaftsminister Harry Glawe(CDU), der nach vorliegendem Gutachten der Ihlenberger Abfallgesellschaft mbH frühestens mit einer Schließung der Deponie zwischen 2025 und 2035 rechnet. Über finanzielle Auswirkungen sollen allerdings weitere Gutachten zwischen 2015 und 2020 Auskunft geben.

Die Linkspartei im Nordwesten steht der Ankündigung des Landes skeptisch gegenüber. „Bedurfte es wirklich eines weiteren teuren Gutachtens um herauszufinden, dass eine Schließung der Deponie Ihlenberg erst zwischen 2025 und 2035 möglich scheint“, fragt sich der Kreisvorsitzende Roy Rietentidt. Das Geld für weitere Gutachten sollte man sich sparen, so der Linkspolitiker. Kosten: zirka 80 000 Euro. „Schließlich wurde schon im Dezember 2010 ein Weiterbetrieb bis 2035 vom damaligen Wirtschaftsminister Jürgen Seidel als sinnvollste Variante eingeschätzt - so war das Gutachterergebnis erwartbar“, sagt Rietentidt.

Da die Dauer des Betriebes in Abhängigkeit von Menge und Gefahrenklasse des angelieferten Abfalls steht, bestehe aus Sicht der Linken die Gefahr „einer unguten Spirale des Risikos, denn je gefährlicher der Abfall, desto höher die Preise, desto profitabler die Deponie“.

Angesichts rückläufiger Abfallmengen ist für Rietentidt die Entwicklung absehbar, denn „solange nicht ausreichend finanzielle Rücklagen für die Rekultivierung und Nachsorge erwirtschaftet wurden, bleibt sie offen“.

Finanzielle Lücken, die müsste, wie Harry Glawe bereits angedeutet hat, das Land MV übernehmen. Für die Linkspartei ein klares Bekenntnis zum Weiterbetrieb der Deponie und dabei müsse, „egal wie lange die Deponie noch in Betrieb ist, die Sicherheit und Gesundheit der Menschen in der Region gewährleistet sein“, fordert Roy Rietentidt. Er erinnerte an den Bürgerprotest, der das Einlagern von „135 000 Tonnen Asbestmüll verhinderte“. Aus Sicht des Kreisvorstandes NWM dürfe Profitstreben nicht zu Lasten der Bevölkerung gehen.



zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen