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Von Italien aus haben die beliebten Symbole ewiger Liebe die Welt erobert : Liebesschlösser erobern Wismar

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Nun hängen sie auch schon an einem Trägermast in Wismar, dessen Schild alle ankommenden und abfahrenden Schiffe auf die Wendorfer Seebrücke hinweist - die so genannten Liebesschlösser.

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erstellt am 02.Sep.2013 | 11:28 Uhr

Wismar | Nun hängen sie auch schon an einem Trägermast, dessen Schild alle ankommenden und abfahrenden Schiffe auf die Wendorfer Seebrücke hinweist - die so genannten Liebesschlösser.

Alte Liebe rostet nicht, heißt es nicht umsonst. Die international als "Love Padlocks" bekannten Dinger erfreuen sich längst großer Beliebtheit. Nur mit dem Schick dieser mit ganz persönlicher Gravur versehenen und vermeintlich für immer verschlossenen Liebeserklärungen hapert es. Denn die meisten von ihnen rosten bereits heftig, und zwar nach kürzester Zeit, wie dem Datum der Installation zu entnehmen ist. Gerade an diesem Ort scheinen Sturm, Regen und ein Hauch salziger Seeluft besonderen Einfluss auszuüben.

Viele dieser stählernen Kleinteile sind es ohnehin nicht, die im Gegensatz zur berühmten Kölner Hohenzollern-Eisenbahnbrücke (geschätzt etwa 4000 Exemplare) im hansestädtischen Bad Wendorf per zusätzlicher Kette angeschlossen wurden.

Dabei ist es nicht mal ein klassischer Ort für diesen Kult, der längst nicht überall gern gesehen und manchmal sogar verboten ist. Doch die bloße Namensverwandtschaft scheint manchen zu genügen. Denn Seebrücken, die einen verlängerten Weg über und zum Wasser bilden, haben in der Funktion nichts gemein mit solchen, die eine komplette Wasserüberquerung möglich machen und bieten selten das dafür geeignete Geländer. Dies alles schien die wenigen Liebesschloss-Freunde nicht zu stören.

Sicher ist aber, dass es Tausende und Abertausende frisch und noch Verliebte auf der ganzen Welt nicht davon abhält, ihre Beziehungsbekundung an geeigneten Orten zu befestigen. So soll in Italien, einem Land, wo es besonders viele romantische und vor allem zugängliche Brückengeländer gibt, dieser Brauch entstanden sein. Von dort breitete er sich über Europa bis in die ganze Welt an Brücken mit berühmten Namen aus. Warum gerade Brückengeländer, erklärt sich aus der Zeremonie: Nach dem Anbringen des Schlosses, verbunden mit der Hoffnung auf ewige Liebe, muss der Schlüssel als letzter Akt für ewig und unauffindbar im Wasser verschwinden.

Ob frisch verliebt, verheiratet oder seit 50 Jahren glücklich zusammen, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Und weil es bisher gut zu funktionieren scheint, wurde hier eine Marktlücke entdeckt - die Anfertigung solcher Schlösser mit Wunschgravur. Zwischen 15 und 30 Euro sind diese inzwischen zu haben. Natürlich bildet das Wiederentdeckungserlebnis nach Jahren den besonderen Kick.

Pech nur, wenn diese vermeintlich mit hoher Dauer angebrachten Erinnerungsstücke behördlicherseits nicht mehr geduldet und dann doch unauffällig entfernt werden. Am Ende der Wendorfer Seebrücke hängen sie jedenfalls noch und fallen möglicherweise erst mit dem Durchrosten ab.

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