zur Navigation springen

Schüleraustausch : Liebeslieder aus einem fernen Land

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bei einem Schüleraustausch zwischen Argentinien und Deutschland entstand die große Liebe.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Es sollte ein Schüleraustausch werden, wie er jedes Jahr tausendfach in Deutschland vorkommt. Doch es wurde mehr. Die Liebe zueinander beschert dem Argentinier Ramiro Segovia und der Gadebuscherin Josephine Stark derzeit unbeschwerte Wochen in der Landeshauptstadt Schwerin und Gadebusch. Beide verbindet die Leidenschaft zur Musik. Genau die brachte beide in der Hauptstadt Argentiniens, Buenos Aires, 12 000 Kilometer entfernt zusammen.

„Ich wollte eigentlich mein Englisch verbessern und das mit einem Schüleraustausch schaffen“, erklärte Josephine Stark, Tochter von Gadebuschs erfolgreichstem Leichtathlet und Zehnkämpfer, Siegfried Stark. Doch die Zeit in Buenos Aires von Anfang August bis Anfang November im vergangenen Jahr brachte nicht nur die Entscheidung, doch lieber spanisch sprechen zu wollen, sondern auch eine gewisse Nähe zum Sohn der Gasteltern Ramiro Segovia. Der ist seit Anfang Dezember nun bei Familie Stark in Gadebusch zu Gast und lernt fleißig Deutsch und spielt Saxophon. Auch seiner Freundin Josephine ist er ständig nahe.

„Wir üben zusammen mit Musiklehrer Sven Walter. Ich spiele Klavier und Gitarre, Ramiro lernt Saxophon“, erklärt die 16-Jährige.

Der Argentinier hingegen spielt eigentlich viel lieber Schlagzeug, bekam das vor Jahren von seinen Eltern geschenkt und entwickelte sich zu einem guten Schlagzeuger. „Doch vor einigen Jahren habe ich mir in den Kopf gesetzt, Saxophon zu spielen. Aber meine Eltern haben mir keines gekauft“, sagt der 16-Jährige, der in Argentinien eine deutsche Schule besucht, in diesem Jahr allerdings auf das Konservatorium, die Musikschule, wechseln will.

Doch Not macht erfinderisch und der Argentinier kaufte sich T-Shirts, bemalte sie und verkaufte sie im Urlaub am Strand von Uruguay. „Ich brauchte 7000 Pesos (etwa 700 Euro, Anm. d. Red.) für ein Saxophon“, erklärte Ramiro Segovia.

Um seinem Ziel näher zu kommen, ging er schließlich auf die Straße und jonglierte dort vor haltenden Autos. „Irgendwann hatte ich das Geld zusammen und jetzt habe ich ein Saxophon“, erzählte der Jugendliche stolz. Schließlich wolle er auch irgendwann man mal mit der Musik seinen Lebensunterhalt verdienen. „Wenn ich mit allem fertig bin, werde ich in U-Bahnen und Zügen spielen. Vielleicht kann ich ja irgendwann mal von der Musik leben“, sagt Ramiro Segovia.

Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen und die Liebe zu seiner Josephine auf harte Proben gestellt. Denn im Februar geht es wieder zurück nach Südamerika. Doch darüber, was dann sein wird, reden die beiden bisher kaum. „Wir genießen die Zeit hier und wollen nicht von Abschied reden. Meine Eltern planen schon, wie wir dann in Argentinien Urlaub machen“, erzählt Josephine Stark lachend. Doch erstmal steht für sie der Schuljahresabschluss auf der Ecolea-Schule in Schwerin und für Ramiro in Buenos Aires auf dem Plan.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen