Schulgarten in gadebusch : Lernen mitten in der Natur

Gritt Roock und Inga Zabel (v.r.) bestellen mit den Viertklässlern den Museumsgarten - hier werden Zwiebeln gesteckt.
Gritt Roock und Inga Zabel (v.r.) bestellen mit den Viertklässlern den Museumsgarten - hier werden Zwiebeln gesteckt.

Viertklässler der Pestalozzi-Förderschule übernehmen Patenschaft über Museumsgarten / Naturnahes Schulgartenprojekt gestartet

svz.de von
07. April 2017, 04:45 Uhr

Kartoffeln, Zwiebeln, Salat - das alles und noch viel mehr bauen die Schüler der vierten Klassen der Pestalozzi-Förderschule im Museumsgarten an. Sie haben dieses Jahr erstmals die Patenschaft über einen Teil des insgesamt rund 300 Quadratmeter großen Areals übernommen. „Wir machen das mit Unterstützung des Vereins Natur im Garten. Der steht uns mit Rat und Tat zur Seite, versorgt uns mit Saatgut und Pflanzen“, berichtet Inga Zabel. Die Klassenlehrerin der 4b will nun gemeinsam mit ihrer Kollegin Gritt Roock, Klassenlehrerin der 4a, einmal wöchentlich mit den Schülern im Garten aktiv sein. „Radieschen und Kohl, Erbsen und später Süßmais, an dem sich Stangenbohnen empor ranken, soll hier wachsen“, verrät Gritt Roock. Darüber hinaus werden die Kinder ein Kräuterbeet anlegen, in dem die Pflanzen als Figuren angeordnet und wachsen sollen. „Ganz wichtig ist uns dabei, dass hier keine Chemie zum Einsatz kommt. Alles wird ökologisch und naturnah gemacht“, stellt Inga Zabel klar.

Das Projekt der naturnahen und ökologischen Schulgärten ist eine Initiative vom Landschaftspflegeverband
„Mecklenburger Endmoräne“ e.V. aus Neu Schloen in der Müritzregion. Mit dem Programm „Natur im Garten“, welches in Kooperation mit dem in Österreich entwickelten Pendant durchgeführt wird, soll in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für naturnahes und ökologisches Gärtnern geweckt werden. „Das bedeutet unter anderem einen Verzicht auf Torf, Kunstdünger und Chemie“, erklärt Almut Roos. Die Diplomingenieurin für Landschaftsplanung und gelernte Baumschulgärtnerin zeichnet Gärten nach den Kriterien der Aktion „Natur im Garten MV" aus, berät Naturgärtner vor Ort und wirkt bei der konzeptionellen Gestaltung von Schau- und Schulgärten mit. „Wir zeichnen Gärten, die den Kriterien entsprechen mit einer Plakette aus, die die Besitzer dann gut sichtbar am Eingang zu ihrem Garten anbringen können“, erzählt Almut Roos. Schulen oder Kitas, die sich für das Projekt interessieren, können sich an den Verein wenden, so die Fachfrau. Dort würden sie von ihrer Kollegin Madlen Hagemann umfassend beraten und unterstützt. Diese Unterstützung gehe sogar so weit, dass eine Lehrkraft für den Schulgartenunterricht ein Jahr lang kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Das Ganze läuft MV-weit und wird bis 2022 über Leader-Mittel des Landes finanziert.

Die Gadebuscher Pestalozzi-Förderschule steht mit dem Museumsgarten dabei erst am Anfang: Derzeit werden mit „Natur im Garten“ auf dem Schulgelände Hochbeete gebaut. „Im kommenden Jahr wird dann das Fach Schulgarten als Ersatzunterricht angeboten. So ist im Moment die Planung“, wagt Klassenlehrerin Inga Zabel einen Blick in die Zukunft.

Die Museumsmitarbeiter freuen sich über das Engagement von Schule und Schülern. „Bisher hatten die Grundschüler der Heinrich-Heine-Regionalschule die Patenschaft. Die Pestalozzi-Schule hat das jetzt über den Museumsgarten hinaus noch ausgeweitet“, sagt Gerald Brincker. So bestehen weitere Patenschaften über die Instandsetzung der Märchenfiguren sowie die Pflege und Instandhaltung der Wege im und um den Stadtwald mit den neunten Klassen. Die zehnte Klasse befasst sich mit der Pflege und Instandhaltung der Brücken und Denkmale um den Burgsee.

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