zur Navigation springen

Zwischen Thandorf und Gadebusch : Leitbild sorgt für Diskussionen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das von der Verwaltungsspitze entwickelte Leitbild für den Landkreis ist beschlossene Sache. SVZ fragte nach der Akzeptanz

Seit knapp einer Woche hat der Landkreis Nordwestmecklenburg ein Leitbild. Eine schriftliche Erklärung, fixiert in sieben Punkten, zum besseren Verständnis mit fünf DIN A4-Seiten Erläuterungen untermauert. Laut Verwaltungsspitze soll das Leitbild als Orientierungshilfe dienen, um die Zukunft des Landkreises aktiv zu gestalten. Klingt gut, sorgt aber für reichlich Diskussionen von „find’ ich gut“ bis zu „nichts weiter als Polemik“. Hauptvorwürfe der Leitbild-Kritiker: zu unkonkret und von der Kreisverwaltung ohne die Einbeziehung der Bürger erstellt.

„Ein Leitbild kann ein guter Handlungsmaßstab dafür sein, was richtig oder falsch, was sinnvoll oder nicht sinnvoll ist. Dafür muss es aber auch konkret gefasst sein“, sagt Wolfgang Reetz. So reiche es beispielsweise nicht aus, die Schaffung von Arbeitsplätzen darin festzuhalten. Das sei zu unkonkret. So etwas höre der Bürgermeister von Thandorf schon, so lange er denken kann. „Da muss dann drin stehen, bis zu einem konkreten Zeitpunkt eine konkrete Anzahl neuer Arbeitsplätze zu schaffen.“ Dabei verweist er auf John F. Kennedy, Präsident der USA von 1961 bis 1963. Der hatte seinem Volk versprochen, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann auf den Mond zu schicken und heil wieder zurückzuholen. So etwas sei konkret, daran könne und müsse man sich dann allerdings auch messen lassen. Visionen und ein Leitbild hingegen, die nur aus Selbstverständlichkeiten und Pauschalitäten bestehen, haben für den ersten Mann im kleinen Thandorf keinerlei Bedeutung.

Und so macht man sich derzeit in vielen Ecken des Landkreises so seine Gedanken um das Leitbild, das den Nordwesten in eine bessere Zukunft führen soll. „Da sitzen hochbezahlte Leute in der Verwaltung und auch die Kreistagsmitglieder sind intelligente Leute, denen muss man auch was zutrauen können. Da muss man nicht herumlaufen und eine Volksbefragung machen“, sagt beispielsweise der Carlower Bürgermeister und Leitbild-Befürworter Norbert Baumann.

„Ich weiß nicht, ob so etwas für den Landkreis Sinn mach. Das ist vermutlich wie mit Autos oder Frauen – über beides kann man trefflich streiten, ohne einer Meinung zu sein“, so der Gadebuscher Bürgermeister Ulrich Howest.

Doch wie dem auch sei, ein Gutes hat so ein Landkreis-Leitbild nach Ansicht von Wolfgang Reetz für die 155  000 Einwohner zwischen Thandorf und Poel in jedem Fall. „Die Bürger können unter Bezugnahme auf das Leitbild jetzt zum Landkreis gehen und bestimmte Ausstattungen oder Dienstleistungen einfordern. Das muss dann von da oben aber auch erhört werden. Doch damit hatte unsere Verwaltung in der Vergangenheit ja leider so ihre Schwierigkeiten.“

zur Startseite

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen