Verkehr : Leichtsinn, Drogen, Alkohol

Heiko Gottschalk erklärt anhand eines Tafelbildes, das die Fahrschüler selbst erarbeitet haben, die Gefahren, denen Jugendliche am Steuer ausgesetzt sein können.
Foto:
1 von 2
Heiko Gottschalk erklärt anhand eines Tafelbildes, das die Fahrschüler selbst erarbeitet haben, die Gefahren, denen Jugendliche am Steuer ausgesetzt sein können.

2013 wurden insgesamt 5230 Unfälle in NWM und Wismar registriert. Junge Autofahrer waren überproportional daran beteiligt

svz.de von
14. März 2014, 00:00 Uhr

Übermütig, leichtsinnig, abgelenkt und cool sein wollen, das sind die Attribute, die angehende Autofahrer in der Gadebuscher Fahrschule Gottschalk als Gefahren im Straßenverkehr erarbeitet haben – Gefahren, die besonders von jungen Menschen am Steuer ausgehen können.

„Die 18- bis 29-Jährigen sind im Bereich Nordwestmecklenburg und Wismar überproportional bei Unfällen vertreten,“ sagt André Falke, Pressesprecher der Polizeiinspektion Wismar. Von insgesamt 5261 Unfällen im Jahr 2012 gab es 711 Verletzte und zehn Tote. Die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen verursachte davon 789 Unfälle mit 146 Verletzten, davon 26 schwer, und einem Toten, berichtet Falke. In 2013 wurden insgesamt etwa 5230 Unfälle registriert, die Zahlen stehen derzeit allerdings noch unter Ministeriumsvorbehalt. Dabei verursachte die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen 712 Unfälle mit 170 Verletzten, davon 23 schwer, und einem Toten. „Betrachtet man die Statistik bis zu den 29-Jährigen, gehen die Zahlen noch einmal deutlich hoch“, so Falke.

Gründe für Unfälle seien u.a. jugendlicher Leichtsinn, schnelle Autos, Alkohol und Drogen sowie Müdigkeit und zu schnelles Fahren bei den sogenannten Disco-Unfällen, sagt Falke. Besonders in den Nächten von Freitag auf Sonnabend und Sonnabend auf Sonntag ereigneten sich viele der Disco-Unfälle.

Verkehrsbeobachtung ist das A und O im Straßenverkehr, betont Fahrlehrer Heiko Gottschalk. „Und die Jugend beobachtet nicht mehr“, hat er bei seinen Fahrstunden festgestellt. „Beim Fahren heißt es Augen auf. Aber das können viele junge Leute nicht mehr.“ Sie seien es durch Laptops und Handys gewöhnt, sich so auf eine Sache zu fixieren, dass es ihnen schwer falle, sich auf ein breites Umfeld zu konzentrieren. „Die haben einen eingeengten Blick. Sie sehen nichts.“ Fußgänger, Gegenverkehr oder Verkehrsschilder würden oft gar nicht richtig wahrgenommen. „Wir haben noch nie so viele Fahrstunden gebraucht wie heute“, erzählt Gottschalk. 35 bis 40 Stunden seien der Schnitt. Noch vor 15 Jahren seien die meisten mit 25 Stunden ausgekommen. „Aber es bringt ja nichts, sie zur Prüfung zuzulassen, wenn sie das Fahren noch nicht beherrschen“, sagt Gottschalk. „Man muss wach sein und eine gewisse Reife haben, um Auto zu fahren.“ Doch ob diese mit 17 schon immer gegeben sei, bezweifelt der Fahrlehrer.

Ältere Menschen indes sind seltener in Unfälle verwickelt: Von den 5230 Unfällen in 2013 wurden 533 von Menschen über 65 Jahren verursacht. „Diese Generation fährt aber auch generell weniger Auto“, erklärt André Falke.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen