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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 21:03 Uhr

Gadebusch : Lehrstunde auf dem Weizenfeld

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Landwirte informieren sich über jüngste Ergebnisse zum Einsatz von Pflanzenschutzpräparaten und Düngemittteln

svz.de von
erstellt am 26.Jun.2014 | 00:25 Uhr

Es blitzte und donnerte: Ein Gewitter unterbrach gestern die Feldführung des 39. Weizentages in Mecklenburg-Vorpommern. So hatten die Landwirte nur wenig Zeit, die praktischen Versuche mit Weizensorten auf dem Feld zwischen Gadebusch und Köchelstorf zu betrachten. „Trotz des Gewitters finde ich diese Veranstaltung sehr hilfreich“, erzählt Heiko Voß. Der Landwirt aus Demern kann so in der Nähe seiner eigenen Ackerflächen unterschiedliche Sorten betrachten und sich über mögliche Pflanzenschutzmaßnahmen informieren. „Da es dasselbe Anbaugebiet ist, lassen sich die Ergebnisse vergleichen“, so Voß. Dies bestätigt Ines Bull. „Hier in Nordwestmecklenburg gelten andere Empfehlungen als beispielsweise in Vorpommern“, so die Mitarbeiterin der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei.

Auf den Versuchsflächen wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger getestet, sie sind nebeneinander angelegt. „So können wir zeigen, wie gut die verschiedenen Präparate sind“, erklärt Marcus Hahn. Zwei große Zielrichtungen werden damit verfolgt, so der Schweriner Regionalleiter des Pflanzenschutzdienstes. Einerseits werden neue Produkte vorgestellt und andererseits Versuche zur Intensität beim Einsatz der Mittel durchgeführt. „Es geht dabei um Unkrautbekämpfung, Wachstumsregulierung, Pilzbekämpfung und Krankheiten“, sagt Hahn.

Es werde jedoch nur mit von den bundesdeutschen Behörden zugelassenen Produkten gearbeitet, betont Hahn. „Es geht darum, das richtige Mittel auszuwählen und das richtige Maß zu finden“, so der Mitorganisator des Weizentages. Die Beurteilung von Umweltauswirkungen der eingesetzten Mittel sei dagegen nicht im Fokus der Arbeit des Pflanzenschutzdienstes. „Es gilt die rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten“, sagt Hahn. Von der Notwendigkeit des Herbizid-Einsatzes in der Landwirtschaft ist er ebenso überzeugt wie Ines Bull. „Auch Bio-Betriebe können nicht ohne Pflanzenschutz auskommen. Sie haben nur andere Anbaustrategien und düngen beispielsweise weniger“, sagt Bull. Bei den Anbauvarianten kommt es, nach Aussage von Bull, jedoch zu deutlichen Ertragsunterschieden, je nachdem, ob Herbizide eingesetzt werden oder nicht. „Zwischen 30 und 50 Prozent geht der Ertrag ohne Herbizideinsatz zurück“, erklärt sie. Hohe Erträge seien nur mit dem Einsatz entsprechender Mittel zu erzielen.

„Bio-Betriebe ernten halt nur die Hälfte von dem, was wir einbringen. Ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln können wir in er konventionellen Landwirtschaft keine Erträge erzielen und wirtschaftlich arbeiten“, sagt auch Voß.

Im Vorfeld der Feldführung waren die gut 170 Teilnehmer bereits in Vorträgen unter anderem über Gesetzesänderungen informiert worden. „Es ist ja der Wille des Gesetzgebers, so wenig Herbizide wie möglich einzusetzen“, so Hahn. Daran müsse sich der Pflanzenschutz ausrichten. Unter anderem sollten die Landwirte darauf achten, die Abstände zu Gewässern einzuhalten.

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