Lehrer legen erneut Arbeit nieder

<strong>Protest der Lehrer</strong> auf der zentralen Demonstration in Schwerin vergangenen Montag. Morgen wird wieder gestreikt. Mit dabei sind auch Lehrer aus Nordwestmecklenburg. <foto>Kawi</foto>
Protest der Lehrer auf der zentralen Demonstration in Schwerin vergangenen Montag. Morgen wird wieder gestreikt. Mit dabei sind auch Lehrer aus Nordwestmecklenburg. Kawi

svz.de von
04. März 2013, 06:20 Uhr

Rehna/Roggendorf/Lützow | Zu einem landesweiten Protesttag mit einer Großkundgebung in Schwerin hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch, 6. März, aufgerufen. Auch Lehrer aus Nordwestmecklenburg sind erneut dazu angehalten, sich am Streik zu beteiligen. Die Gewerkschaft fordert für die Pädagogen unter anderem mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen.

Die Schulen der Region bereiten sich indes auf den Warnstreik vor. So wird die Regionale Schule mit Grundschule Mühlen Eichsen, an der es keinen Unterricht für die 230 Schüler geben wird, eine Notbetreuung für die Erst- bis Viertklässler sicherstellen. "Wir werden die Kinder beaufsichtigen, die uns anvertraut werden", sagt Schulleiterin Sybille Schläger.

Ausfallen wird der Unterricht auch an den Regionalen Schulen mit Grundschulen in Lützow und Rehna. Für die Grundschüler ist aber eine Betreuung vorgesehen. Das bestätigen die stellvertretende Schulleiterin Angelika Jacob in Lützow und der stellvertretende Schulleiter Eckhard Thun in Rehna auf SVZ-Anfrage.

Ähnlich stellt sich die Situation an der Regionalen Schule mit Grundschule in Schlagsdorf dar. Der Großteil der 220 Schüler werde zuhause bleiben. Denn auch hier rechne der stellvertretende Schulleiter Ralf Federmann damit, dass es keinen regulären Unterricht geben wird. So der Stand gestern Mittag.

An der Heinrich-Heine-Schule in Gadebusch wird der Unterricht für die Klassen eins bis vier ebenfalls ausfallen und ein Notdienst gewährleistet. Für die Jugendlichen der Regionalen Schule dagegen ist ein gesonderter Lehrplan vorgesehen. "Wir haben einen Sonderunterrichtsplan von der ersten bis zur sechsten Stunde. Fünf Klassen werden zuhause bleiben, die anderen werden, soweit es uns möglich ist, regulär unterrichtet", berichtete gestern Schulleiterin Iris Lehmann.

Das Gymnasium Gadebusch wird seinen Lehrplan für die 480 Schüler gleichfalls anpassen. "Nach der vierten Stunde endet der Unterricht, in der fünften und sechsten Stunde steht dann eine Betreuung bereit", erklärt Schulleiter Ingolf Litzner.

Selinde Krause, Schulleiterin der Förderschule "Pestalozzi" in Gadebusch, geht davon aus, dass es für die 118 Mädchen und Jungen an ihrer Schule Unterricht geben wird - wenn auch eingeschränkt. Anderenfalls sei eine Notbetreuung sichergestellt, so Krause. Kaum Auswirkungen wird der Streik für die Mädchen und Jungen der Grundschule Roggendorf haben. "Es wird sich nur eine Kollegin am Streik beteiligen", sagt die stellvertretende Schulleiterin Doreen Hagemeister. Für eine der vier Klassen wird daher der Unterricht nach zwei Stunden zu Ende sein. Danach werden die Kinder betreut. Für die anderen Klassen wird es ein normaler Schultag.

Die streikenden Lehrer dagegen werden sich an den Protesten in Schwerin beteiligen. Sie fordern unter anderem 6,5 Prozent mehr Gehalt sowie eine Tarifvereinbarung für ihre Eingruppierung. Bislang entscheidet allein der Arbeitgeber, in welcher Entgeltgruppe Pädagogen eingestuft werden. Die Folge sind mitunter gravierende Gehaltsunterschiede. "Weil die Länder Lehrkräfte eingruppieren dürfen, richtet sich das Gehalt bei gleicher Arbeit und Qualifikation danach, in welchem Bundesland man beschäftigt ist. Diesen ungerechten Zustand können wir nur mit einem tariflichen Eingruppierungsrecht beenden", heißt es seitens der GEW. "Bisher haben die Arbeitgeber kein akzeptables Angebot vorgelegt. Offenbar sind sie nur durch Druck dazu zu bewegen, die Forderungen ernsthaft zu beraten und zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen", so die GEW.

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