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Tierheim Roggendorf : Leguan & Co suchen ein Zuhause

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nicht nur Hunde und Katzen werden ausgesetzt. Für zwei Wasserschildkröten versucht die Leiterin Annette Herbing Besitzer zu finden.

svz.de von
erstellt am 17.Aug.2014 | 08:32 Uhr

Die beiden Neuzugänge im Roggendorfer Tierheim fühlen sich in ihrer neuen Heimat offensichtlich wohl: Langsam wühlen sie sich durch den dunklen Schlamm des kleinen Teichs, blubbernd steigen Luftblasen auf, plötzlich erscheint ein kleiner, schwarzer Kopf an der Wasseroberfläche, dann ein grauer Panzer. „Vor rund zwei Wochen wurden uns am gleichen Tag zwei Schildkröten gebracht, die jedoch an völlig unterschiedlichen Orten gefunden wurden“, sagt Tierheimleiterin Annette Herbing – die eine in Neu Bauhof bei Gadebusch, die andere in der Nähe von Ratzeburg. Beide Tiere sind weiblich und ungefähr gleich groß, gehören jedoch unterschiedlichen Arten an: Die eine ist eine Florida-Schmuckschildkröte, die andere eine Mississippi-Höcker-Schildkröte. Beide Arten, sagt Tierheimleiterin Annette Herbing, könnten eine Größe von 30 bis 40 Zentimetern Panzerlänge erreichen. Und beide Arten müssen geschützt überwintern. „Sie müssen bis etwa März oder April reingenommen werden und dort bei rund zehn Grad beispielsweise in einem Maurertuppen mit Wasser gehalten werden“, so Herbing.

Vorläufig hat sich das Tierheim auf die exotischen Gäste eingestellt: Der Teich hat genau die richtige Tiefe, die Tiere finden ausreichend Nahrung. Und den Zaun um das Gewässer haben die Mitarbeiter des Tierheims mit Holzplatten abgedichtet. Denn, so Annette Herbing, diese Schildkrötenarten seien Ausbrecherkönige, die sich von schlichten Zäunen nicht aufhalten ließen. „Deshalb besteht die Möglichkeit, dass die Tiere weggelaufen sind und ihre Besitzer sie suchen“, so Herbing.

Im Tierheim jedenfalls zählen Schildkröten zwischen Hunden und Katzen zu den eher ausgefalleneren Bewohnern – ebenso wie andere Exoten. Durchschnittlich etwa einmal im Jahr, so Annette Herbing, würden ihnen derartige Tiere gebracht. In diesem Sommer ist es allerdings bereits das zweite Mal: Erst Mitte Juni wurden zwei Bartagamen abgegeben, die jedoch mittlerweile vermittelt werden konnten. Zugleich sucht die Einrichtung aber noch dringend nach einem neuen Zuhause für einen grünen Leguan, der derzeit noch ein einer Pflegestelle untergebracht ist, dort jedoch nicht länger bleiben kann. Das Tier war vor rund zwei Jahren gefunden und abgegeben worden, nachdem es bei Ziethen in einen Swimmingpool gesprungen war. Das weibliche Tier habe eine Länge von rund 50 Zentimetern, könne jedoch über einen Meter groß werden.

„So ein Tier braucht Platz. Es muss mindestens ein Zimmer für sich alleine haben“, so Herbing. Grundsätzlich, so die Tierheimleiterin, werde bei der Vermittlung derartiger Exoten streng darauf geachtet, dass die neuen Besitzer die entsprechenden Vorkenntnisse mitbringen. „Es müssen Leute sein, die sich auskennen.“ Denn genau das sei bei derartigen Tieren am Ende häufig das Problem: Kleine Echsen oder Schildkröten bekomme man, unter anderem im Internet, nachgeschmissen, so Herbing. „Und plötzlich sind die Tiere so groß. Zugleich wird aber immer wieder auch der Aufwand unterschätzt, den die Pflege solcher Tiere mit sich bringt.“ Und auch die Kosten, so Herbing, seien oft ein Faktor, Tiere wegzugeben. „Viele rechnen zum Beispiel nicht mit den immensen Stromkosten die entstehen, wenn UV- und Wärmelampen ununterbrochen betrieben werden müssen.“

Wer seine Schildkröte vermisst oder einem der Tiere ein neues Zuhause geben möchte beziehungsweise sich vorstellen kann, den grünen Leguan aufzunehmen, kann sich telefonisch unter der Nummer 0172-3974569 im Tierheim melden.

 

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