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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 22:55 Uhr

Rehna : Lebensadern mit der Sense durchtrennt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Rosskastanien in der Bahnhofsstraße geschädigt / Neuanpflanzung sind notwendig

von
erstellt am 26.Jun.2014 | 00:20 Uhr

Baumsterben in Rehna: Die anlässlich der Bundesgartenschau Schwerin am Außenstandort Rehna gepflanzten Rosskastanien an der Bahnhofsstraße werden eingehen. Zumindest zwei der sechs Bäume sind derart geschädigt, dass sie noch in diesem Jahr vertrocknen. Ein Verlust, der auf eine fehlgeleitete Pflege städtischen Grüns und einer starken Schädigung der Baumrinde zurückzuführen ist.

Karl-Heinz Lokatis aus Bülow ist verärgert über einen derartigen Umgang mit den teuer bezahlten Bäumen. Er wandte sich an den heißen Draht der SVZ und machte seiner Verärgerung Luft. „Hier muss etwas getan werden“, sagt Lokatis und zeigt auf die mehrere Zentimeter tiefen Einkerbungen des Stammholzes. „Deutlich ist erkennbar, dass bei Arbeiten mit der Motorsense die Baumrinde mehrfach und dauerhaft geschädigt wurde“, so der Bülower.

Bereits vor einem Jahr habe er die zuständigen Stellen des Amtes Rehna informiert. Dort habe man sich des Themas anfänglich angenommen, passiert sei aber nichts. Die Folge: Mitarbeiter des Amtshofes setzen auf einen Kurzschnitt der Rasenflächen und führen dabei ihre Sensen bis an die Baumrinde heran. Dabei schlägt der Faden mit hoher Geschwindigkeit an das Stammholz und durchtrennt auch die letzten Versorgungskanäle der Rosskastanien. „Drei Wochen ist das her. Das ist ein Tod auf Raten“, sagt Lokatis, dem es nicht um den materiellen Wert von mehr als 250 Euro je Baum geht, sondern die Leistung der Gesellschaft, die für die Nachwelt neue Bäume pflanzt und die entsprechende Ästhetik in der Landschaft. „Wie es unsere Großeltern einst vormachten“, meint der Bülower. Im Fall von Rehna handelt es sich um die Rotblühende Rosskastanie - eine Baumart, die der Miniermotte bislang widersteht. Diese sorgt für einen vorzeitigen Blätterfall. Folglich haben die Kastanien in der Bahnhofsstraße einen besonderen Wert.

Rehnas Haupt- und Ordnungsamtsleiter Bernd Karnatz stellt sich der Kritik: „Da gibt es kein Wenn und kein Aber. Hier haben wir im Vorfeld nicht allumfassend gehandelt. Dafür müssen wir uns entschuldigen.“ Aus diesem Vorgang werde man Lehren ziehen.

Nach Anfrage der SVZ nehmen Mitarbeiter des Amtshofes und des Amtes die Kastanien unter die Lupe. Eine Neuanpflanzung wird vereinbart. „Zwei der sechs Bäume werden im Herbst ersetzt. Bei den verbliebenen setzen wir auf die Heilkraft der Natur“, so Karnatz. Darüber hinaus werde die Belehrung der Arbeitskräfte hinsichtlich des Umgangs mit Motorsensen und der Baumpflege erneuert. „Zum Schutz des Stadtgrüns erhalten junge Bäume künftig eine Manschette von 25 Zentimetern Höhe im Stammbereich“, so der Hauptamtsleiter. Auch eine Grasmahd im unmittelbaren Stammbereich soll künftig unterbleiben. Darauf laufen die Absprachen zwischen der Stadt Rehna, dem Amtshof und dem Amt hinaus. Karnatz: „Die Stadt hat viel Geld in die Anpflanzung von Bäumen investiert und wird diese aus eigenem Interesse heraus pflegen.“

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