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dorf mecklenburg : Leben wie vor über 1000 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ur-Mecklenburger bereiten sich auf ihr Mittelalterfest an historischer Stätte vor

Mitte Juli wird die Wiese hinter dem Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg zum Schauplatz für ein großes historisches Treiben. Das Mittelalterfest erinnert an die Wurzeln des Landes.
Mittelaltermusik schallt aus der großen Holzburg. Noch kommt sie aus den modernen Lautsprechern, am 12. und 13. Juli werden Musiker diesen Part übernehmen. Aber bis dahin haben die Männer und Frauen um Fred Schultz noch einiges zu tun. Immerhin organisieren sie ehrenamtlich das Ritterfest und halten ihre Burg und das Gelände in Schuss. Manch ein Wochenende tauchen sie so ab in die Zeit von vor über 1000 Jahren, als das Land Mecklenburg unweit dieser Wiese seine „Wiege“ hatte.
„Wir wollen daran erinnern, dass Dorf Mecklenburg eine über 1000-jährige Geschichte hat und der Ursprung des Landes ist“, so Fred Schultz als Vorsitzender des Vereins „Mecklenburger Wiege“.

Der Ringwall um den Friedhof Dorf Mecklenburgs ist das, was von dieser Wiege des Landes noch sichtbar ist. Schon der arabische Händler Ibrahim Ibn Jacub erwähnte 965 die Burg in seinem Bericht. Die Mecklenburg war der Hauptsitz von Fürst Niklot (um 1100 bis 1160) und seinen Nachkommen, aus der Bezeichnung Michilin- /Michelin-/ Mikelinburg, was für „Große Burg“ steht, wurde über die Zeit, über viele Jahre, Michelenburg und schließlich Mecklenburg.
Die Mittelalterfreunde jedenfalls haben ihre „Michelenburg“ wieder aufgebaut, bevölkern sie in historischen Kostümen und Gewandungen und machen so die Geschichte Mecklenburgs erlebbar. „Hier kann man ein bisschen was lernen“, lacht Fred Schultz. Eigentlich ist der 43-jährige Tischler, kommt aus Groß Stieten. Vom höchst ansteckenden Mittelalterfieber infiziert, ist er seit 2007 im Verein aktiv, seit 2009 im Vorstand. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit der Frage, was die Menschen im Jahr 965 auf der „Michelenburg“ nach Christus gegessen haben, wie sie gewohnt haben und welche Kleidung sie trugen.

Thomas Bollmohr (40) und Ulf Göbel (42) stecken tief in „ihrer“ Zeit und gehören zu den Aktiven in Dorf Mecklenburg. Als Mitglieder der Rostocker „Rabenflusssippe“ stellen sie die Zeit der Wikinger dar. Inklusive selbst genähter Kleidung. „Ich habe zehn Jahre in Schleswig gelebt, da habe ich das Hobby kennen und lieben gelernt“, so Thomas Bollmohr.

In der „Jetztzeit“ ist er Projektingenieur auf der Wismarer Werft. Was ihn so am Hobby fasziniert? Er lacht: „Fernseher ausmachen und raus gehen!“ Ulf Göbel: „Wir probieren aus, wie die Menschen früher gelebt haben.“ Er hat über den Winter viel gebaut für das Wikingerlager. Nun geht die Saison draußen los – auf dem Platz ist noch einiges zu tun, bis zum Ritterfest im Juli.

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