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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 12:36 Uhr

bernstorf : Leben und Sterben in Würde

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Biohospiz Schloss Bernstorf und Sana Hanse-Klinikum Wismar vereinbaren Kooperation

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Katrin Schurig hält sanft die Hand von Karla Humke. Geduldig beantwortet sie die Fragen der Seniorin, während ihre Kollegin Kerstin Nehring den Blutdruck misst. Die beiden Krankenschwestern arbeiten im Biohospiz Schloss Bernstorf. „Karla Humke ist seit Mitte Mai bei uns“, erzählt Nehring. Damit ist sie einer der ersten Gäste des neuen Hospizes.

Nachdem die beiden Pflegefachkräfte viele Jahre lang in Krankenhäusern gearbeitet haben, freuen sie sich, jetzt individuell auf Patienten und ihre Wünsche eingehen zu können. „Ich möchte die Menschen so pflegen, wie ich selbst später einmal gepflegt werden will“, so Nehring. Außerdem will sie die letzten Tage im Leben ihrer Gäste würdevoll gestalten. Ein wichtiger Aspekt ist auch der Umgang mit dem Thema Tod. „Im Krankenhaus tanzt man da etwas um den heißen Brei herum“, so Schurig, „hier können wir das Thema dagegen ganz offen ansprechen.“ Und dank des guten Verhältnisses zu den Gästen können die beiden examinierten Krankenschwestern am Ende des Tages mit einem schönen Gefühl nach Hause fahren. Die gute Betreuung sehe man auch in der positiven Resonanz der Angehörigen, sagt Schurig. „Sie wissen, dass wir alles, was möglich ist, für unsere Gäste tun“, ergänzt Nehring.

Insgesamt 14 Gäste hat das erst Anfang Mai eröffnete Biohospiz bereits. „Damit sind wir fast belegt“, erzählt Hospiz-Geschäftsführer Wolfgang Röhr. Damit auch in Zukunft eine gute Betreuung der Gäste gewährleistet werden kann, gingen nun das Biohospiz und das Sana Hanse-Klinikum Wismar eine Kooperationsvereinbarung ein. „Dadurch richten wir jetzt unter anderem eine Notfall-Hotline ein, so dass wir einen entsprechenden Arzt direkt erreichen können“, so Röhr.

Der Vorteil für das Sana Hanse-Klinikum besteht dagegen darin, ein weiteres Bereuungsangebot zu haben. „Es gibt nur wenige Hospiz-Einrichtungen und keine ausreichende Anzahl an Plätzen“, erläutert René Keller. Der ärztliche Direktor des Wismarer Krankenhauses will durch die Kooperation die Struktur der ärztlichen Versorgung weiter ausbauen. Außerdem könne sein Haus, die Arbeit eines Hospizes nicht leisten, sagt Keller. „Für uns ist die akute Behandlung von Beschwerden das Entscheidende.“ Durch die Zusammenarbeit soll nun die Lebensqualität der Hospizgäste verbessert werden. „Wir kennen dann die Patienten und können sie schneller in den spezialisierten Bereiche behandeln“ so Keller.

Ein weiterer zentraler Punkt der Vereinbarung ist die Zusammenarbeit bei der Aus- und Weiterbildung von Personal. „Dabei denken wir vor allem an die gegenseitige Teilnahme an unseren Fortbildungsveranstaltungen“, erzählt Keller. Und auch beim Pflegepersonal soll geschaut werden, ob Kompetenzen ausgetauscht werden können. „Wenn wir mit den Krankenhäusern der Region Hand in Hand arbeiten, ist das ideal“, findet Nehring.

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