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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

13. Dezember 2017 | 12:29 Uhr

Rehna : „Last Minute“ zum Traumberuf

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Zahlreiche Lehrstellen sind im Handwerk noch unbesetzt

von
erstellt am 22.Jul.2015 | 23:58 Uhr

Für Manja Klein war es die richtige Entscheidung. In der Ausbildung zum Tischler muss die Frau einerseits zwar viele neue und anspruchsvolle Herausforderungen meistern, aber sie bekommt auch eine Perspektive in einem Job geboten, der abwechslungsreicher eigentlich gar nicht sein kann. „Das hätte ich vorher auch nicht gedacht. Die Arbeit ist so vielseitig, besser als ich es mir vorgestellt habe“, so die junge Mutter von drei Kindern. Die ausgebildete technische Zeichnerin pflegte sieben Jahre lang ihren behinderten Sohn zu Hause. „Danach wollte ich etwas Neues machen und nicht mehr im Büro sitzen“, sagt die 35-Jährige.

Die Mischung aus traditionellem Handwerk, innovativer Technik und der Kontakt mit den Menschen auf der Baustelle reizt Manja Klein besonders an der Arbeit. Diese Einstellung zum Handwerk teilen jedoch nur noch wenige. Lehrlinge sind rar geworden. Die Betriebe haben immer größere Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden. „Wir bekommen zwar immer wieder neue Bewerbungen, aber viele erfüllen einfach nicht die Anforderungen“, bringt Tischlermeister Axel Eigenstetter aus Rehna die Problematik auf den Punkt. Zwei Ausbildungsplätze kann der Unternehmer für dieses Jahr noch anbieten. „Es war bis jetzt erst ein Bewerber dabei, den wir zum Probearbeiten einladen.“

Erklären lässt sich der Bewerbermangel nur schwer. „Die Aufgaben im Handwerk verändern sich mit der Zeit und sie werden immer anspruchsvoller“, so der Meister. Habe man früher die Zeichnung für die Konstruktion noch per Hand gemacht, übernehmen das nun Computer. Die Arbeit sei zwar viel komplexer geworden, aber die Ausbildung sei nun auch viel breiter aufgestellt.

Erst im vergangenen Jahr wurde die Tischlerei aus Rehna mit dem Unternehmensentwicklungspreis der Landesregierung für Innovationen im Handwerk ausgezeichnet. „Wir haben ein modernes Roboterfräszentrum für komplexe und hochwertige Einzelanfertigungen von Holzprodukten entwickelt.“ Mit der Entwicklung des Roboterfräszentrums für Teile mit mehrfach gekrümmten Oberflächen hat sich die Tischlerei ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland erarbeitet. „Unsere Lehrlinge durchlaufen bei uns auch all diese Stationen und lernen von Meistern und Spezialisten für die Computertechnik“, so der Geschäftsführer weiter.

Trotz zukunftsweisender Ausrichtung des Unternehmens fehlt es an interessiertem Nachwuchs. Als „Last-Minute-Angebot“ wurde die Stellenausschreibung der Tischlerei Eigenstetter jetzt sogar veröffentlicht.

Die Idee stammt von der Landeskampagne „Durchstarten in MV“. Auf der Plattform können sich alle Handwerksinteressierte über noch offene Ausbildungsangebote im Land informieren, und so in letzter Minute ihren Traumberuf finden.

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