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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 00:27 Uhr

Nordwestmecklenburg : Landrätin zurück an Bord

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nach ihrer Krebserkrankung tritt Kerstin Weiss ihren ersten Arbeitstag in der Kreisverwaltung an

von
erstellt am 16.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Sieben Monate nach Bekanntwerden ihrer Krebserkrankung, Operationen und erfolgreichen Therapien nimmt Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss heute offiziell wieder ihre Arbeit als Verwaltungschefin auf. Redakteur Michael Schmidt sprach mit der SPD-Politikerin über künftige Schwerpunkte ihrer Arbeit, den Breitbandausbau, über die Zeit ihrer Erkrankung und über eine mögliche erneute Landratskandidatur.

Was wird Ihre erste Amtshandlung sein?

Kerstin Weiss: Wir haben gleich um 9 Uhr eine Verwaltungsratssitzung mit mehreren wichtigen Themen auf der Tagesordnung, und an dieser Sitzung werde ich natürlich teilnehmen.

Welche Problemfelder werden Sie von nun an besonders intensiv beackern?

Meine Schwerpunkte haben sich weitestgehend nicht verändert. Dazu gehört zum Beispiel die Wirtschaftsförderung in Nordwestmecklenburg. Da wir inzwischen einen Geschäftsführer für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft haben, können wir dieses Thema intensiv angehen. Ein weiteres Thema wird die Kreisumlage sein, die, falls es möglich ist, für 2018 zum dritten Mal gesenkt werden soll. Als drittes Thema steht die Sanierung von Kreisstraßen mit ganz oben auf der Agenda. Hier gibt es einen erheblichen Investitionsstau, den wir in den nächsten Jahren zwar nicht gänzlich abbauen können. Wir werden aber dafür sorgen, dass der Stau nicht größer wird. Ein Dauerbrenner sind zudem die Kitaplätze.

Also gibt es nach wie vor zu geringe Kapazitäten in Nordwestmecklenburg?

Der Bedarf ist nach wie vor sehr hoch, da in unserem Landkreis erfreulicherweise immer mehr Kinder geboren werden. Das bedeutet dann allerdings auch, dass dafür die Kitaplätze da sein müssen. In Schlagsdorf und Wismar reicht beispielsweise die Kapazität leider noch nicht ganz aus, auch weil es dort einen starken Familienzuzug gibt. Die Infrastruktur in diesem Bereich muss also angepasst werden.

Gehört auch der Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg mit zu den Problemfeldern?

Das ist natürlich ein Thema, welches ebenfalls mit ganz oben auf der Agenda steht. Und wofür wir erhebliche Fördermittel einwerben konnten. Das Alles muss aber auch vernünftig und rechtssicher umgesetzt werden. Klar kann ich verstehen, dass viele Menschen auf den Baustart warten. Ihnen kann ich sagen, dass der Ausbau voraussichtlich zum Start des zweiten Quartals des Jahres 2018 beginnt. Wir haben es fast schon mit einem bürokratischen Marathon zu tun. Rund 200 Millionen Euro sollen in Nordwestmecklenburg in den Netzausbau investiert werden. Es ist die größte Investition, die der Landkreis tätigen will. Dabei wollen wir Verzögerungen wegen Klagen gegen Ausschreibungsverfahren vermeiden.

In den vergangenen Monaten hatten Sie persönlich vielleicht Ihren größten Kampf wegen einer Krebserkrankung zu bestreiten. Wer oder was hat Ihnen dabei Kraft gegeben?

Meine Familie mit meinen Kindern, mein Partner und meine Mutter. Hinzu kamen ganz viele Menschen, die mir mit Herzlichkeit begegnet sind, mir Mut und Kraft gegeben haben. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Was haben Sie in dieser Zeit besonders schätzen gelernt?

Verständnis, menschliche Nähe und wirkliche Freunde. Es zeigte sich ziemlich schnell, wer auch in dieser schwierigen Zeit zu dir hielt und wer nicht. Außerdem haben meine Kollegen mit dafür gesorgt, dass ich mit gutem Gewissen meine Therapie voll und ganz absolvieren konnte.

In welchen Momenten haben Sie möglicherweise an einen Rücktritt gedacht?

Zu keinem Zeitpunkt. Ich bin davon ausgegangen, dass ich den Krebs besiege und hatte sehr gute Ärzte in Nordwestmecklenburg und an der Uni-Klinik Lübeck, denen ich äußerst dankbar bin.

Ist eine erneute Landratskandidatur im Jahr 2021 für Sie eine Option?

Ich gehe davon aus, dass meine Gesundheit mitspielt und von daher kann ich die Frage klar mit Ja beantworten. Dieser Job bereitet mir große Freude und ich gehe darin auf.

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