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800 000-Euro-Übergangslösung für Büroräume : Landrätin zieht es nach Wismar

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Landrätin Birgit Hesse packt ihre Koffer. Bis zum Jahresende 2012 möchte die Kreischefin ihre neuen bzw. hergerichteten Büroräume unter dem Dach des Kreis-Katasteramtes in der Hansestadt beziehen.

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erstellt am 20.Jan.2012 | 11:22 Uhr

Wismar/Grevesmühlen | Landrätin Birgit Hesse packt ihre Koffer. Bis zum Jahresende 2012 möchte die Kreischefin ihre neuen bzw. hergerichteten Büroräume unter dem Dach des Kreis-Katasteramtes in der Hansestadt beziehen. Das bekräftigte Hesse am Donnerstagabend auf der Tagung des Bauausschusses des Kreises in Wismar.

Das Gremium diskutierte Umzugsvarianten, Sanierungs- und Neubaupläne. Gedankenspiele, die Hesse angesichts der knappen Haushaltslage in 2012 vertagte. Ihr Vorschlag: 800 000 Euro in die Sanierung des kreiseigenen Altbaus Katasteramt in direkter Nachbarschaft zur Polizei investieren. "Die Minimalvariante", so Hesse, denn 2012 werde der Kreis wie geplant 700 000 Euro in den Erhalt der Immobilie stecken. Mit weiteren 100 000 Euro ließe sich die erste Etage bedarfsgerecht für sie und Stab sowie Kreistagspräsident herrichten. Die zusätzlichen Finanzmittel (100 000 Euro) will Hesse aus dem Finanztopf Anschubfinanzierung Kreisreform bereitstellen lassen.

Investitionen die Kopfschmerzen bereiten, denn aus Hesses Sicht befinde man sich dennoch "im Spannungsfeld"- Erhalt der Malzfabrik und Belebung des neuen Kreissitzes. Wismar warte auf ein klares Signal. Kreistag und Verwaltung reagierten: Von den 600 Verwaltungsmitarbeitern der Malzfabrik Grevesmühlen werden zukünftig 250 Angestellte in Wismar ihre Arbeit aufnehmen. Diese erfolgt Ende Januar und Februar, so Burghard Bohm vom Fachdienst Bau und Gebäudemanagement. Verlegt wird dabei auch der Fachbereich Jugend und Soziales unter Leitung der stellvertretenden Landrätin Kerstin Weiss. Angemietete Büros stehen an drei verschiedenen Standorten zur Verfügung. Mietzins insgesamt: 300 000 Euro jährlich.

Sparsamkeit sieht selbst aus Sicht der Verwaltung anders aus. Folglich favorisiert der Kreis mittelfristig einen Standort für die 250 Mitarbeiter in der Hansestadt.

Erste Vorstellungen und Planungsentwürfe stellten Dr.-Ing. Hendrik Müller und Prof. Dipl-Ing. Martin Wollensak von der Hochschule Wismar zur Diskussion. Unter Müllers Regie beleuchteten Studenten der Hochschule Flächen und Grundstücke innerhalb sowie an der Peripherie von Wismar, mit der Zielvorgabe einen arbeitsfähigen Verwaltungsstandort zu finden. Mit dem Katasteramt auf dem kreiseigenen Grundstück in der Rostocker Straße sind der Alte Holzhafen, das Gewerbegebiet Rothentor Süd, das belastete Gelände am ehemaligen E-Werk (Nähe Kino) sowie eine Freifläche am Altstadthafen und an der Großbäckerei im Gespräch. Es seien aber reine "Gedankenspiele", betonte Wollensak. Chancen hinsichtlich einer Umsetzung der ehrgeizigen Pläne sieht auch Hesse "frühestens in vier bis fünf Jahren". Damit bleibe ausreichend Zeit, "unter Berücksichtigung aller Standorte die bestmöglichen Varianten zu erarbeiten", so Bauausschussvorsitzender Manfred Wahls.

Drei Vorschläge für das kreiseigene Areal Katasteramt stellte Martin Wollensak vor. In seiner "Machbarkeitsstudie Kreisverwaltung Wismar" wird das Potenzial des 6 000 Quadratmeter-Grundstückes in Altstadtnähe herausgearbeitet. Somit beinhaltet Variante eins einen Vorbau mit Durchgangsgebäude zum denkmalgeschützten Katasteramt inklusive Plenarsaal. Die Skandinavische Lösung und damit Variante zwei, erschließt den Hof in Form eines halbrunden Holzbaus mit Plenarsaal im Übergang zum Katasteramt.

Alt und Neubau im Einklang zeigt das Bildbeispiel Variante drei mit einer möglichen Glas-Holz-Konstruktion bei Abriss des historischen Kutscherhauses. Die Kosten für die Umgestaltung belaufen sich je nach Variante auf 6,8 bis 8,5 Millionen Euro. Pläne, die es zu diskutieren gilt, meint Manfred Wahls während Birgit Hesse die anschauliche Darstellung als "Varianten zum Weiterdenken" bezeichnete.

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