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NWM tritt aus Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin aus : Landrätin Hesse kehrt Schwerin den Rücken

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Neuordnung nach der Kreisreform: In den sechs verbliebenen Großkreisen wird die Konkurrenz im Tourismus härter. Erster Schritt: Nordwestmecklenburg kehrt dem Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin den Rücken.

Schwerin | Neuordnung nach der Kreisreform: In den sechs verbliebenen Großkreisen wird die Konkurrenz im Tourismus härter. Erster Schritt: Nordwestmecklenburg kehrt dem regionalen Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin den Rücken. Heute beschließt der Kreistag in Grevesmühlen den Austritt ab 2013. "Wir wollen uns mit unserer Kreisstadt Wismar neu aufstellen", sagt Landrätin Birgit Hesse (SPD). Der Antrag im Kreistag kommt von ihr persönlich. Sie will mit Wismar die Chance der Vermarktung über die Ostseeküste im Verband Mecklenburgischer Ostseebäder nutzen.

Damit verliert der Regionalverband Mecklenburg-Schwerin zur Vermarktung des Tourismus von der Elbe bis zum Plauer See eines seiner drei großen Mitglieder - und jährlich 37 000 Euro. Es verbleiben Ludwigslust-Parchim und Schwerin als große Träger. Für Hesses Landratskollegen und Verbandschef Rolf Christiansen (SPD) sind jedoch noch nicht alle Messen gesungen. "Ich habe noch erheblichen Gesprächsbedarf. Der Schritt über die Ostseebäder ist zum Nachteil für Nordwestmecklenburg." Hesse besänftigt: Kooperationen seien auch in Zukunft möglich.

In Nordwestmecklenburg schreibt man inzwischen an einem neuen Tourismuskonzept. "Der Fokus liegt auf der Ostsee, mehr als auf Parchim und Ludwigslust", Landrätin Hesse. Sie wurde gestern umgehend in den Vorstand des Regionalverbandes Mecklenburgischer Ostseebäder kooptiert. Dort rücken Nordwestmecklenburg und der Landkreis Rostock enger zusammen. Verbandschef Kay-Michael Stybel freut sich: "Die Region Ostseeküste Mecklenburg hat die Chance, sich inhaltlich und thematisch zu vergrößern." Die Tourismusregion will wachsen.

In allen acht Regionalverbänden, die im Landestourismusverband organisiert sind, wird jetzt einen Konzentrationswelle erwartet. Mit den sechs neuen Landkreisen steht die Frage nach der Zahl der Tourismusverbände auf der Tagesordnung. Die Debatte wird bereits intensiv zwischen den Regionalverbänden Mecklenburgische Seenplatte in Röbel und Mecklenburgische Schweiz in Malchin geführt. Aber auch zwischen Vorpommern und Usedom wird man überlegen müssen, wie eine künftige Vermarktung im neuen Landkreis Vorpommern Greifswald funktionieren kann. Die Verbände Insel Rügen und Fischland-Darß-Zingst sind zudem harte Konkurrenten beim Ringen um die Urlauber.

Laut Vorsitzender des Landestourismusverbandes, Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD), seien Konzentrationsprozesse in den kommenden Jahren nicht auszuschließen. Aber: "Neben dem Landesverband und den Kurverwaltungen brauchen wir auch in Zukunft funktionierende Bindeglieder auf regionaler Ebene, die die Rückendeckung der Landkreise haben. Der Landestourismusverband wird den Landräten die Erfordernisse erläutern und für ein gemeinsames Vorgehen werben."

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erstellt am 07.Dez.2011 | 06:26 Uhr

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