Nordwestmecklenburg : Landkreis will zentrale Unterkunft

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Neue Flüchtlinge in Meetzen / Umzug voraussichtlich Anfang Oktober in eine große Gemeinschaftsunterkunft nach Klütz

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24. September 2015, 23:49 Uhr

Ausgewechselt: Die vor 16 Tagen in der Notbehelfsregistrierungsstelle Gutshaus Meetzen untergebrachten Flüchtlinge werden jetzt vom Land auf neue Quartiere verteilt. Wie Landrätin Kerstin Weiss gestern gegenüber der SVZ mitteilt, „hat das Land die Flüchtlinge per Bus abgeholt und anschließend neue im Gutshaus untergebracht“. Somit befinden sich aktuell wieder 63 Asylbewerber in der Meetzener Unterkunft. „Auf diese Aktion hatten wir keinerlei Einfluss“, so Weiss. Grundsätzlich setzt der Landkreis auf Unterstützung für Asyslbewerber und Bürger. „Ich habe den Meetzenern mein Wort gegeben, dass das Gutshaus keine dauerhafte Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber wird“, so die Landrätin im SVZ-Gespräch. Daran wolle sie festhalten. Voraussichtlich Anfang Oktober ziehen wieder die ersten Jugendgruppen als Urlauber ins Gutshaus ein.

Nach Zustimmung der Gemeinde Klütz zur Aufnahme von Flüchtlingen, werde der Kreis an der Einrichtung einer zentralen Unterkunft arbeiten. „In Gesprächen mit dem Innenministerium sind wir übereingekommen, dass die aktuell in der Sporthalle Damshagen und im Gutshaus Meetzen untergebrachten Flüchtlinge in eine Unterkunft nach Klütz gefahren werden“, sagt Weiss. Somit wolle sie die Standorte in Meetzen und Damshagen aufgeben. Vorausgesetzt, das Land MV mache dem Landkreis keinen Strich durch die neuen Planungen. Grund: Die Verteilung der in München ankommenden Menschen erfolge ohne ausreichende Vorankündigung. Nach der Ankunft von neuen Flüchtlingen in Meetzen, kamen in der Nacht zu Donnerstag weitere 123 Flüchtlinge in Wismar an. Sie wurden in der Sporthalle der Hochschule in Wismar untergebracht.

Dabei soll es sich um Frauen und Männer handeln, die direkt aus München gen Norden gebracht wurden.

Im Fall von Meetzen starteten die beauftragten Amtsärzte umgehend das Untersuchungsprogramm. Darüber hinaus ändere sich für Meetzen nichts, so Weiss. Die Versorgungseinheiten der Malteser als auch vom Wachschutz bleiben zur Betreuung der Menschen vor Ort.

Nach der spontanen Verteilung der ersten Flüchtlinge auf das Vereinshaus der Alten Schule in Meetzen kam es zu mehreren Gesprächsrunden zwischen Einwohnern, Landkreis und den Betreibern des Hauses. Darin äußerten einige Bürger ihre Bedenken hinsichtlich der Unterbringung von Asylbewerben. Die Mehrheit der Bürger und Menschen aus umliegenden Orten entschieden sich für spontane Hilfsaktionen und spendeten Kleidung und boten persönliche Unterstützung an.

Christof Müller vom Verein Alte Schule zur aktuellen Lage: „Wir waren vom plötzlichen Wechsel überrascht, aber die Anreise erfolgte völlig reibungslos. Ebenso die Versorgung.“ Mit dem Sprecher der Meetzener Dorfgemeinschaft werde man jetzt die neue Situation besprechen, Informationen weiterleiten.

Die bisherigen Bewohner seien sehr dankbar gewesen und packten mit an. „Es war sehr gut zu sehen, wie die Anspannung nachließ, die Kinder ihr Lachen wiederentdeckten“, so Müller. Eine Frau aus Tschetschenien konnte sich sprachlich nicht verständigen. Müller: „Sie nutzte ihr Handy um ihre Landessprache ins Deutsche zu übersetzen.“ Auf dem Display stand: „Ganz herzlichen Dank für die Bemühungen und die Aufnahme.“

Die Betreuung von Flüchtlingen wird am Standort Meetzen voraussichtlich am 2. Oktober enden. Wie Christof Müller gegenüber der SVZ sagte, wird ab dem 5. Oktober wieder eine Urlaubergruppe das Haus beziehen.

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