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Neue Aussendarstellung für Nordwestmecklenburg : Landkreis redet um den heißen Brei

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Für 50 000 Euro lässt die Verwaltung die Außendarstellung des Nordwestens überarbeiten, doch diverse Fragen bleiben unbeantwortet

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2017 | 04:45 Uhr

„Es war einmal ein idyllischer Landkreis am Meer ...“, beginnt ein Beitrag im jährlich erscheinenden Informationsblatt der Kreistagsfraktion Grüne/Liberale/Familie. Erzählt wird das Märchen einer Königin, die die Vorzüge ihres Reiches bildhaft und mit schlagkräftigen Worten und Inhalten neu beschreiben ließ, dafür eine Menge Geld ausgegeben hatte und in dem am Ende doch alles so blieb, wie es war.

Schnell wird klar, welche Geschichte die Autorin Petra Kesper hier wirklich erzählt. Nämlich die des gescheiterten Versuchs, für Nordwestmecklenburg einen neuen Leitspruch zu installieren (SVZ berichtete mehrfach). Dass die Mehrheit der Umfrageteilnehmer den alten Slogan „Nordwestmecklenburg – wo die Seele lächelt“ bevorzugt, ist mittlerweile bekannt und nur noch eine Randnotiz in der Geschichte des Landkreises. Warum sich der Kreistag dann aber doch nicht wie angekündigt mit der Thematik befassen durfte und wieviel Geld für die Erarbeitung der neun Leitspruch-Varianten versemmelt wurde, bleibt offen. Und das auch auf Nachfrage der SVZ in der Verwaltungsspitze des Nordwestkreises.

Auf die Frage nach dem „Warum?“ der Nicht-Thematisierung im Kreistag gibt es überhaupt keine Antwort. Die Frage nach dem Agentur-Honorar für die Entwicklung der verschiedenen Slogan-Varianten bleibt genauso unbeantwortet, wie die Bitte um Aufschlüsselung der einzelnen Dienstleistungen, die im Zuge der Überarbeitung des gesamten äußeren Erscheinungsbildes für den Landkreis darüber hinaus noch erbracht werden. Lapidar heißt es dazu nur: „Der geplante Haushaltsansatz von 50  000 Euro wird eingehalten.“ Einzelheiten werden nicht genannt.

Noch heute fragt sich Regina Groß, wozu das Ganze eigentlich gut sein soll. „Wir haben so viele Probleme. Und es ist ja nicht nur die Geschichte mit dem Slogan, die Geld gekostet hat. Dann kommt ja unter anderem auch noch die Entwicklung eines neuen Logos. Die Folgekosten für die verschiedensten Kommunikationsmittel können wir ja noch gar nicht absehen“, sagt die Vorsitzende der Kreistagsfraktion Grüne/Liberale/Familie. Angefangen von neuen Geschäftspapieren für die Verwaltung über einen neuen Internetauftritt bis zu großflächigen Werbefolien zum Zweck der Buswerbung.

Für die Erstellung des verbindlichen so genannten Corporate Designs inklusive Gestaltungsrichtlinien für den Landkreis Nordwestmecklenburg hatte sich zuvor eine Wismarer Firma nach Aussage des Landkreises in einem transparenten Vergabeverfahren durch Abgabe des wirtschaftlichsten Angebotes durchgesetzt. Petra Rappen, Pressesprecherin des Landkreises Nordwestmecklenburg: „Das Corporate Design inklusive Styleguide für den Landkreis Nordwestmecklenburg wird im Herbst fertiggestellt sein.“

Kommentar "Ganz einfach" von Holger Glaner
Auf einfache Fragen einfach zu antworten ist manchmal nicht ganz einfach. Warum tut man sich in der Verwaltung des Landkreises damit nur so schwer? Motto „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“? Ich sage: Schweigen ist feige, Reden ist Gold. Auch, wenn das manchmal nicht einfach ist.


 

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