zur Navigation springen

Nordwestmecklenburg : Landkreis musste 18 Waffen einziehen

vom

Vor knapp zwei Jahren wurde das Waffengesetz verschärft. Anlass damals war der Amoklauf eines Jugendlichen in Winnenden. Seitdem gibt es mehr Waffenkontrollen.

svz.de von
erstellt am 28.Nov.2011 | 07:01 Uhr

Grevesmühlen | Knapp zwei Jahre ist es her, da hat die Bundesregierung das Waffengesetz verschärft. Anlass damals war der Amoklauf eines Jugendlichen in Winnenden. Seitdem gibt es auch in Nordwestmecklenburg bei Jägern und Sportschützen mehr Waffenkontrollen, auch im Nordwesten.

"Schön Guten Tag. Ich bin vom Landkreis Nordwestmecklenburg, Waffenwesen, Slepan mein Name." Carsten Slepan, der Waffen-Kontrolleur des Nordwestkreises ist auf einer seiner Touren. Heute hat Slepan an der Tür von Mathias Fett in Grevesmühlen geklingelt. "Ich bin hier, um die Aufbewahrung ihrer Schusswaffen zu kontrollieren."

"Ja, kommen Sie rein", sagt Mathias Fett. Er muss den Kontrolleur vom Kreis

in seine Wohnung lassen - auch wenn der unangemeldet zu ihm gekommen ist. "Was möchten Sie sehen", fragt Mathias Fett. "Den Waffenschrank. Und dann möchte ich gerne noch den Jagdschein, dass sie den rausholen und einmal die Waffenbesitzkarte."

Mathias Fett greift in die Hosentasche, holt den Schlüssel raus und öffnet

den Waffenschrank. Drei Waffen stehen darin. Die Munition ist noch einmal separat verschlossen. "Aufbewahrung ist ok. Oben im Innenfach die Munition getrennt von den Waffen. Alles super, die drei Langwaffen stehen so drin. Jetzt bitte ich Sie doch einmal, die Waffen einzeln rauszuholen, um die Waffennummern mit mir abzugleichen", sagt Slepan. Auch hier stimmt alles.

So reibungslos wie bei Mathias Fett läuft es längst nicht immer. Bei seinen rund 200 Kontrollen pro Jahr musste Slepan schon die eine oder andere Waffe einziehen. "Es gab auch schon einen Vorfall, wo ich bei einem älteren Herren war, wo denn mal eine Waffe einfach mal so auf der Anbauwand in der Wohnstube lag, was natürlich überhaupt nicht geht." Und die Zahl solcher Fälle nimmt zu, sagt Sven Dutschke, der Chef des Kreisordnungsamtes. Allein in diesem Jahr mussten 18 Waffen eingezogen werden. Oft seien es ältere Leute, die Waffen und Munition nicht getrennt voneinander in einem Metallschrank aufbewahren, wie es eigentlich vorgeschrieben sei, verdeutlicht Dutschke. "Da gibt es viele, die sagen: ,Ja, was soll ich mir mit 80 Jahren noch einen Waffenschrank kaufen und stellt seine Waffe in einen Holzschrank’. Es ist nicht zulässig."

Wie wichtig die Kontrollen des Kreises sind, zeigt ein Fall vor rund einem Monat in Neuburg bei Wismar. Da hatte ein Jäger den Schlüssel für seinen Waffenschrank versteckt, anstatt ihn bei sich zu tragen - so wie es das Gesetz vorschreibt. Der Sohn des Jägers fand den Schlüssel und beging mit der Waffe seines Vaters Selbstmord.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen