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Aufatmen zwischen Utecht und Lützow : Landkreis lockert die Stallpflicht

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Risikogebiete an Seen und Ostsee sowie gewerbliche Halter sind ausgenommen

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 15:12 Uhr

Der Landkreis Nordwestmecklenburg hebt mit sofortiger Wirkung die Stallpflicht für Geflügel auf. Damit reagiert das Veterinäramt im Nordwesten auf den Erlass des Landes. Einzig und allein die Einschränkungen für Risikogebiete bleiben bestehen. Davon betroffen sind allerdings auch Orte im Schaalseegebiet und am Röggeliner See.

Entspannung hingegen in Badow. Bei Familie Heiden kann das Federvieh wieder den Stall verlassen. Erst vor wenigen Tagen wandten sich die Geflügelhalter in dem kleinen Ort an die SVZ, um gegen die über mehrere Monate andauernde Stallpflicht zu protestieren (SVZ berichtete).

Der darauf folgende Erlass des Landes sorgte durch eine fehlende konkrete Beschreibung für weitere Unsicherheit. Die wird mit der Verordnung des Kreises nun einigen Tierhaltern genommen. Zumindest jenen, die abseits der großen Vogelrastplätze liegen. Bei ihnen ist die Auslaufhaltung des Geflügels in weiten Bereichen des Landkreises NWM wieder möglich. „In den nicht zu den Risikogebieten gehörenden Ortschaften des Landkreises wird die Stallpflicht für die privaten Geflügelhalter aufgehoben. Einzelanträge auf Ausnahmegenehmigungen von der Aufstallungspflicht sind hier nicht erforderlich“, teilt Petra Rappen, die Pressesprecherin des Nordwestkreises, mit.

Ausgenommen sind aber die Risikobereiche: Zu ihnen zählen Gebiete, in denen sich bedeutende Vorkommen an wildlebenden Wat- und Wasservögeln sammeln, rasten oder brüten und auch bei eingesandten verendeten Wildvögeln das Geflügelpestvirus nachgewiesen wurde. Diese Gefilde befinden sich an der Ostseeküste von der Boltenhagenbucht bis zum Breitling, im Bereich Travemünder Bucht, Dassower See, Biosphärenreservat Schaalsee, Mechower See, Röggeliner See, Dambecker Seen, Schweriner See, Döpe und dem Neuhofer See. In den genannten Bereichen – in Uferstreifen von mindestens 500 Metern Breite landeinwärts – gilt die Stallhaltung bzw. die Haltung in einer Voliere/Schutzvorrichtung.

Auch für gewerbliche Geflügelhaltungsbetriebe gilt weiterhin die Stallpflicht. Diese müssten eine Ausnahmegenehmigung schriftlich beantragen.

Trotz der Lockerung spricht der Landkreis nicht von einer generellen Entwarnung. „Es ist von einem weiterhin hohen Eintragsrisiko in die hiesigen Nutzgeflügelhaltungen auszugehen. Untersuchungen in den Ausbruchsbeständen ergaben, dass der Eintrag über kontaminiertes Material aus der unmittelbaren Umgebung wie z.B. Schuhwerk, Fahrzeuge, Gegenstände für die meisten Haltungen die wahrscheinlichste Infektionsquelle darstellt“, heißt es in der Mitteilung. Geflügelhaltungen mit einem Teich bzw. Bach auf dem Grundstück, auf deren Wasserfläche sich Wildenten aufhalten, haben dabei ein erhöhtes Risiko.





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