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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 10:00 Uhr

Landkreis lässt Sky-Markt räumen

vom

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2012 | 06:52 Uhr

Gadebusch | Gefährdung der Standfestigkeit: Aus diesem Grund wurde gestern das Einkaufszentrum mit Sky-Markt und benachbarten Geschäften geschlossen.

Plötzlich musste alles ganz schnell gehen, gestern Vormittag am Sky-Markt: Die Türen des Supermarktes wurden verschlossen, die Kunden bereits am Eingang informiert, dass der Markt vorübergehend nicht betreten werden dürfe, all jene im Supermarkt durften lediglich noch ihren Einkauf beenden. "Es ist nichts passiert", beruhigte Marktleiter Holger Radtke. "Es handelt sich dabei um eine reine Sicherheitsmaßnahme."

Eine Sicherheitsmaßnahme auf Anweisung des Landkreises: Um 10.50 Uhr gestern Vormittag hatte der eine Nutzungsuntersagung für den Gebäudekomplex, in dem sich neben dem Supermarkt auch Gadebuschs einzige Postfiliale, ein Bäcker, ein Textil-Discounter und ein Döner-Imbiss befinden, ausgesprochen. Der Grund: Ein Statiker sieht eine akute Gefährdung der Standfestigkeit des Gebäudes. "In diesem Gebäudekomplex soll eine Giebelwand saniert werden. Während dieser Arbeiten musste nun die Statik überprüft werden. Dabei hat der Statiker festgestellt, dass sich Stützen an dem Bauwerk innerhalb einer Woche um zwölf Millimeter verschoben haben", erklärt Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises.

Nachdem der Statiker am Dienstagabend eine erste Warnung ausgesprochen und seine Daten dann gestern Morgen noch einmal überprüft habe, habe man sich beim Landkreis "nach intensiven Gesprächen" zur sofortigen Anordnung der Schließung entschieden. "Der Statiker hat uns aufgrund der heftigen Verschiebung dringend geraten, zu handeln", verdeutlicht Rappen. "An einem solchen Gebäude kann man auch kein Risiko eingehen."

Über die Gründe für die statischen Probleme, sagt Rappen, könne man derzeit nur spekulieren. "Es gibt an dieser Stelle wohl Bodensetzungen, das muss aber noch genau abgeklärt werden." Zudem sollen in dem Gebäude immer mal wieder Risse aufgetaucht sein. "Die Sanierung der Giebelwand sollte eigentlich zur Stabilisierung beitragen", so Rappen. Ella Fatma Breschan-Pulat, deren Familie den Imbiss "First Kebap" in dem Einkaufszentrum führt, kommt gestern Mittag kurz nach der angeordneten Schließung an der Stelling-Straße an. "Wir waren unterwegs, als wir von unseren Mitarbeitern den Anruf erhalten haben, dass sie den Laden schließen sollen", erzählt die junge Frau.

Sofort seien sie nach Gadebusch gefahren, wo die Angestellten zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen hatten, die Geräte herunter zu fahren. "Für uns ist das gerade zur Mittagszeit ein Eklat", sagt die Juniorchefin und Pressesprecherin des Unternehmens, "natürlich geht es da auch um hohe Verluste, denn mittags ist der Umsatz immer am höchsten." Sie hoffe darauf, so schnell wie möglich wieder öffnen zu können. "Sollte es im schlimmsten Fall mehrere Tage dauern, werden wir einen Container aufstellen, in dem der Verkauf weiter gehen kann." Auch einige Meter weiter, beim Textil-Discounter, ist die Verunsicherung zu diesem Zeitpunkt groß. "Wir sind vom Sky-Marktleiter informiert worden, dass wir schließen sollen", heißt es dort, weitere Informationen hätten sie bisher nicht.

Und auch für die Kunden, die zum Einkauf an die Johannes-Stelling-Straße gekommen sind, ist die kurzfristige Schließung des Einkaufszentrums ein Ärgernis. "Das ist doch eigentlich skandalös, wie überraschend so etwas kommt", schimpft eine Gadebuscherin. "Und wo soll ich jetzt meine Briefe abgeben?", fragt ein Mann verdutzt, während etliche andere wieder abdrehen. Heute, sagt Pressesprecherin Rappen, werden sich die Fachleute des Landkreises noch einmal beraten, "wie es vor Ort weitergehen kann und welche Maßnahmen nun vom Eigentümer getroffen werden müssen." Erst danach ließe sich beurteilen, wann die Schließung wieder aufgehoben werden könne. Auf dieses Gespräch hofft auch Sky-Marktleiter Holger Radtke. "Alles weitere müssen nun der Eigentümer und die Experten besprechen", sagt er. Und bis dahin könne auch er nicht sagen, wie lange der Supermarkt geschlossen bleiben müsse.

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