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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. August 2017 | 05:02 Uhr

Landbesitzer stoppen Radwegebau in MV

vom

Nesow | In MV werden offenbar nach wie vor geplante Investitionen in das Radwegenetz durch Grundstückseigentümer blockiert. "Unsere Grunderwerbler in den Straßenbauämtern sind 24 Stunden on the Road und reden mit den Leuten: Aber Kirche, Bauern und Forst verkaufen einfach nicht", sagt Bernd Sievers vom Verkehrsministerium.

Probleme gibt es in Zickhusen ebenso wie zwischen Rehna und Gadebusch. Dort ist seit Jahren ein Radweg parallel zur B 104 geplant. Eine Landwirtin will ihr Grundstück allerdings partout nicht verkaufen. Dem Land seien die Hände gebunden, verdeutlicht Sievers.

Als Radfahrer hat man es auch zwischen Selmsdorf und Dassow nicht leicht. Alle paar Sekunden rauschen dort Lkw und Autos mit hohem Tempo an Pedalrittern vorbei. Der Abstand beim Überholen ist manchmal geringer als 50 Zentimeter. Kein Wunder, dass es dort so gut wie keine Radfahrer gibt. Rainer Voelker ist eine Ausnahme. "Ich finde es sehr gefährlich hier. Aber wenn man ein bisschen Sport treiben will, muss man das Risiko wohl eingehen", sagt der Lüdersdorfer.

Neun Kilometer lang ist dort die kurvenreiche Strecke. Erlaubt sind eigentlich nur 70 Kilometer pro Stunde. Viele Autofahrer halten sich allerdings nicht daran. Mitte der 1990er Jahre galt der Abschnitt als Todesstrecke. Mittlerweile gibt es Leitplanken. Schwere Autounfälle gab es seitdem kaum. Für Radfahrer ist seit Jahren allerdings nichts passiert, bedauert Selmsdorfs stellvertretender Bürgermeister Christian Albeck: "Der Radwegebau von Selmsdorf nach Dassow bewegt die Gemeindevertretung mittlerweile seit 15 Jahren. Knackpunkt ist nach wie vor, dass drei Grundeigentümer ihre Flächen nicht zur Verfügung stellen wollen. Wir hoffen, dass diese drei Leute endlich mal die Einsicht haben und ihre Grundstücke zur Verfügung stellen." Denn für Albeck ist der Radweg zwischen Selmsdorf und Dassow der wichtigste überhaupt im Nordwestkreis. "Man kommt mit dem Rad von Dassow zum Priwall, von Dassow nach Pötenitz, von Pötenitz nach Boltenhagen über Groß Schwansee. Das ist alles möglich. Und es wird an einer Lösung in Christinenfeld gebastelt, damit man Proseken, Gägelow und Wohlenberg mit angeschlossen bekommt. Nur von der Stadt Lübeck mit 280 000 Einwohnern schaffen wir es nicht, die Leute nach Nordwestmecklenburg zu holen", sagt Albeck kopfschüttelnd. Dabei ist aus Sicht von Gemeindevertreter Karl-Heinz Kniep Eile geboten: "Oder will man erst warten, bis jemand zu Tode kommt?"

Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) will sich jetzt persönlich Gespräche mit den drei Landeigentümern führen. Mit der Landwirtin bei Rehna sind die Gespräche dagegen gescheitert. Sie wird jetzt zum Wohle der Allgemeinheit zwangsenteignet.

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erstellt am 05.Aug.2010 | 07:11 Uhr

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