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Tote Küken in Rehna : Land unter in den Vogelnestern

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Starkregen der vergangenen Tage sorgt für Verluste bei manchen Vogelbruten. NaBu spricht von naturgemäßen Ereignissen

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2017 | 04:45 Uhr

Der Starkregen ist abgezogen, die Folgen sind vor allem in der Tierwelt unübersehbar. Angesichts der 70 Liter Regen, die auf einen Quadratmeter fielen, sind in Warnow drei Jungstörche im Horst verendet. „Ein Alttier hat noch versucht, die Nachkommen zu schützen und hat sie mit seinen Schwingen abgedeckt. Doch das Nest ist anscheinend voll Wasser gelaufen oder die Jungstörche waren zu sehr durchnässt“, berichtet Anwohner Klaus Andersson, der das Drama hautnah miterlebt hat. „Wir waren so froh, dass wir dieses Jahr wieder Nachwuchs im Nest hatten. Im vergangenen Jahr hatte es nicht geklappt, wahrscheinlich waren die Storcheneltern noch zu jung“, erzählt der Tierfreund, der für den Verlust der Brut eine Erklärung hat: „Sie waren noch ziemlich klein. So drei bis vier Wochen alt und noch nicht vollständig befiedert. Und die Daunen geben eben keinen Schutz vor Nässe – im Gegenteil.“

Das bestätigt auch der Storchenbeobachter des Kreises Nordwestmecklenburg für den Nabu, Ulf Bähker. „Es ist leider so, dass bei solchen Wetterlagen auch immer Nachzuchten ums Leben kommen – nicht nur bei den Störchen“, so der Naturschützer. Es sei nur immer in den Fällen besonders tragisch, wenn die Population an sich schon nicht groß ist. Und da sei es eben enorm wichtig, dass genügend Nahrung für die gefährdeten Arten zur Verfügung steht, meint Ulf Bähker.

Etwas Positives gibt es aber doch aus Warnow zu vermelden: Dank des beherzten Eingreifens von Klaus Andersson wurde einer der Altvögel gerettet. „Der ging beim Nachbarn nieder und konnte nicht mehr starten. Da habe ich ihn zu mir nach Hause geholt und ihn trocken gefönt. Am nächsten Morgen konnte er dann wieder fliegen“, freut sich Andersson.

Ein bis zu 80 Zentimeter höherer Wasserstand der Radegast zwischen Gadebusch und Rehna sorgte für weitere Opfer. Insbesondere bei den Eisvögeln, die ihre Bruthöhlen meist an Uferkanten anlegen. „Sie sind schlichtweg ertrunken“, sagt Christoph Völzer. Der leidenschaftliche Naturfotograf aus Rehna war am Wochenende an der Radegast unterwegs. Bei der Suche nach den fliegenden „Edelsteinen“ mit ihrem unverkennbaren Ruf „tiht“ oder „ti-it“, fand er allerdings nur noch ein Alttier tot im Wasser treibend. „Diese Vogelart legt ihre Bruthöhlen in Uferkanten an. Dort liegt der Eingang tiefer als die eigentliche Höhle“, erzählt er. Vermutlich blieb der Vogel in der höher gelegenen Bruthöhle bei den Jungvögeln. „Als das Wasser anstieg, kam er nicht mehr hinaus“, vermutet Völzer. Somit dürfte die aktuelle Brut keine Chance haben. Im Schnitt bringen die bläulich-türkis schimmernden Eisvögel bis zu drei Bruten jährlich durch. Dabei sind durchaus so genannte Schachtelbruten, bei denen die erste gefüttert und die Eier der zweiten Brut ausgebrütet werden, möglich.

Dass der Eisvogel trotz seiner augenscheinlich waghalsigen Futtersuche in Gewässern auf solch tragische Weise starb, stimmt Naturfreunde eher traurig. Der Verlust der Eisvögel wird sich allerdings bei entsprechender Wetterlage und nicht zu kalten Wintern innerhalb eines Jahres ausgleichen.

Die rekordverdächtige Fünferbrut bei den Weißstörchen in Klein Salitz indes hat die Regenperiode unbeschadet überstanden. „Alles gut. Die Jungstörche fangen schon mit ihren ersten Flugübungen an“, heißt es von Familie Tardel, auf deren Grundstück das Nest steht.

 
 

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