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Verhandlung in Wismar : Lärmbelästigung: Piraten wehren sich vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Anwohner des Grevesmühlener Open-Air-Theaters wollten den Spielbetrieb einstellen lassen

von
erstellt am 14.Aug.2017 | 19:00 Uhr

Nicht auf die Bühne sondern in den Gerichtssaal mussten am Montag die Grevesmühlener Piraten. Denn sie sollen bei ihren aktionsgeladenen Vorstellungen zum wiederholten Mal zu laut gewesen sein. Das kritisieren jedenfalls Anwohner des Piraten Open Air Theaters. Sie wollten daher mit einer einstweiligen Verfügung die Einstellung des Spielbetriebes erwirken – und scheiterten damit vorerst. Denn das Amtsgericht Wismar sah keine Eilbedürftigkeit in diesem Streit, der seit Jahren zwischen den Anwohnern und den Piraten schwelt. Darüber hinaus kündigte das Gericht an, dem Antrag der Anwohner nicht stattgeben zu wollen. Die eigentliche Urteilsverkündung soll am kommenden Montag erfolgen.

Theater-Intendant Peter Venzmer sprach nach der Gerichtsverhandlung von einem kleinen Schritt nach vorne. Er rechnet damit, dass die Saison 2017 zu Ende gespielt werden könne. „Allen ist jetzt ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Venzmer der SVZ.

Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler (l.) im Gespräch mit dem Theater-Intendanten Peter Venzmer (2.v.r.). Prahler kündigte nach der Gerichtsverhandlung in Wismar an, Anwohner und Theatermacher an einen Tisch holen zu wollen.
Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler (l.) im Gespräch mit dem Theater-Intendanten Peter Venzmer (2.v.r.). Prahler kündigte nach der Gerichtsverhandlung in Wismar an, Anwohner und Theatermacher an einen Tisch holen zu wollen. Foto: Michael Schmidt
 

Auch der Geschäftsführer der adventure-production grevesmühlen GmbH Matthias Sievert war erleichtert. Denn wenn das Gericht dem Antrag der Anwohner stattgegeben hätte, würde es von heute an keine Piraten-Vorstellungen mehr in Grevesmühlen gegeben. „Unsere Angestellten und Schauspieler wären entlassen worden“, so Matthias Sievert. Er spricht von einer rund 100-köpfigen Crew.

Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler will nun Piraten und Anwohner an einen Tisch holen. „Ein nachhaltiger Rechtsfrieden ist aus meiner Sicht nur zu erreichen, wenn alle Beteiligten miteinander reden und letztlich verbindliche Regelungen getroffen werden, die von allen mitgetragen werden können. Das Piraten Open Air braucht diese Sicherheit genauso wie die Anwohner“, sagt Lars Prahler. Er war so wie viele Darsteller und Unterstützer des Piraten Open Airs zu der mündlichen Verhandlung erschienen.

In ihrer Not hatten sich die Theater-Macher im Vorfeld der gestrigen Verhandlung übrigens an den prominenten Rechtsanwalt Dr. Gregor Gysi gewandt. Auf seine Empfehlung hin lässt sich das Theaterteam von dem Juristen Dirk Nasdala aus Hoyerswerda vertreten. Er ist unter anderem auf das Umwelt- und öffentliche Baurecht spezialisiert.

 

 

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