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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 06:25 Uhr

REHNA : Längere Wege zur Gründeponie

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nesower verärgert über Verbotsschild an alter Gründeponie / Siegfried Grontzki hält Großbäume im Radegastweg für problematisch

von
erstellt am 13.Okt.2015 | 23:30 Uhr

Große Bäume, viel Laub und eine geschlossene „Gründeponie“ am Betonweg nach Nesow Dorf - da muss Siegfried Grontzki aus Nesow Dampf ablassen. Nicht allein für sich: „Nein, ich spreche für einen Großteil der Bewohner unserer Straße“, sagt er am Heißen Draht der SVZ. Jahrelang sei es möglich gewesen, dass die Bürger ihren Grünschnitt an der Feldkante nach Nesow Dorf ablegen konnten. „Jetzt fahre ich hin und sehe ein Verbotsschild mit der Aufschrift ,im Namen des Bürgermeisters‘“. So gehe es nicht. „Alle fünf Jahre dürfen wir wählen, aber wenn es um unsere Belange geht, werden wir nicht einmal angesprochen“, meint Grontzki.

Anlass zum Aufstellen des Verbotsschildes war vermutlich das illegale Abladen von Bauschutt, Feldsteinen und Wurzelwerk. Material, das sich nicht einfach unterpflügen lässt. Genau darauf zielte laut Grontzki eine Absprache zwischen der Agrargenossenschaft und der ehemaligen Gemeinde Nesow ab.

Geschäftsführer Reinhard Drews kennt derartige Regelungen nicht und spricht sich klar gegen eine wilde Entsorgung aus: „Uns bereitet das eher Probleme. Eine kontrollierte Annahme und Verwertung der Stoffe auf dem Amtshof Rehna ist in jedem Fall besser.“

Mit der Eingemeindung von Nesow nach Rehna ist genau das möglich. Das verdeutlicht Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg auf Anfrage der SVZ. „Wir wollen heute keine wilden Deponien. Das müsste auch für Nesow machbar sein, denn jeder Bürger aus den Ortsteilen kann sein Grünschnitt und Astwerk auf dem Amtshof kostenlos entsorgen“, sagt Oldenburg. Die Stadt wende dafür jährlich eine fünfstellige Summe auf. Ihm sei klar, dass in der früheren Gemeinde einiges anders geregelt wurde.

Grontzki bedauert diese Haltung, findet es aber ebenso schade, dass einige Nesower Baumwurzeln und dicke Äste nicht wie üblich zum Sammelplatz an der Feuerstelle bringen. Die Folge des Verbotes: „Wenn wir an einem beliebigen Tag Rasen mähen, müssen wir bis mittwochs oder sonnabends warten, bevor wir den Grünschnitt loswerden.“ Rasenschnitt verändere sich und rieche dann unangenehm.

Mit dem Laub der Linden im Radegastweg sei das zwar ein wenig anders, aber die Masse an Blattwerk bereite den Bürgern Sorgen. Das nicht allein wegen der nun längeren Wege zur Gründeponie Rehna. „In unserer Straße wohnen zahlreiche ältere Menschen mit 70 Jahren und darüber. Wie sollen die nun den Grünstreifen blattfrei halten“, fragt Grontzki im Namen der Nachbarn und zeigt auf die Lindenbäume. „Bevor diese vor 15 Jahren gepflanzt wurden, haben wir uns hier für rotblühenden Weißdorn entschieden, aber auf Wunsch einzelner Kommunalvertreter wurden Linden gesetzt. Jetzt haben wir die Arbeit“, ärgert sich der Nesower. Bei Laub allein bleibe es nicht. „Wenn die Linde blüht, klebt alles.“ Zwar habe der Amtshof in der Vergangenheit einen Pflegeschnitt durchgeführt, doch nun wachsen die Bäume weiter. Eigentlich müssten diese weg, meint Grontzki. „Ich plane den Aufbau einer Photovoltaikanlage. Das bringt jetzt nichts mehr.“

Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg kann heute nicht für Nesower Entscheidungen sprechen, wirbt aber für Natur-Verständnis: „Einige Linden wurden vor 100 Jahren gepflanzt, andere später, und es sieht gut aus.“ Dem will Grontzki nicht widersprechen und sagt: „Wir sind alle für Natur, aber die Bäume bitte dahin, wo sie hingehören, nämlich in den Wald.“  

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