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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

26. September 2017 | 22:02 Uhr

Nesow : Lachfalten herzlich willkommen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Auf dem Storchenhof brach Kabarettistin Monika Blankenberg eine Lanze für ein Älterwerden in Würde

„Die Zeit ist reif – ich auch!“ So lautet der Titel des aktuellen Programms der Kölner Kabarettistin Monika Blankenberg, die jetzt zum vierten Mal auf dem Storchenhof in Nesow gastierte. „Die Zeit beschäftigt sich schon so lange mit mir, da war es an der Zeit, mich mal mit ihr zu beschäftigen“, so der humorige Einstieg in einen Lachfalten produzierenden Abend bei Wein und Kerzenlicht. „Man kann sich dem Älterwerden nicht verschließen“, sagt Blankenberg. Offensiv widmet sie darum der Falte ein eigenes Lied.

Gesellschaftskritisches Kabarett, so bezeichnet sie ihre Bühnenprogramme selbst. Dabei ist sie eine Spätberufene. Zwar ist ihr die Bühne seit Jahrzehnten vertraut. „Aber zunächst als Schauspielerin.“ Viele Jahre spielte sie auf Volksbühnen, bis sie schließlich 2007 zum Kabarett wechselte.“ Ich bekam ein Buch mit Glossen einer TAZ-Redakteurin geschenkt“, erinnert sich die zweifache Mutter, „zu schade, um nur auf dem Papier zu stehen.“ Daraus entstand ihr erstes eigenes Bühnenprogramm als eine der wenigen weiblichen Solo-Kabarettistinnen in Deutschland.

Der Abend beginnt mit einem wehmütig-fröhlichen Rückblick auf handyfreie Zeiten und handgeschriebene Briefe, mit einem Kopfschütteln über das stete Bemühen, im Alltag für alles das richtige Timing zu organisieren. „Ich weiß nicht, ob Sie den richtigen Zeitpunkt immer erwischen, ich lieg immer daneben“.

Politisch ist Monika Blankenbergs Programm, selbst dann, wenn sie sich – was häufig geschieht – selbst auf die Schippe nimmt. Da telefoniert sie als Mutter eines Sohnes mit der Bundeswehr und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit ebenso wie sie die überfürsorgliche Mutter persifliert. Messeneuheiten wie die Minikamera im Kugelschreiber und in der Uhr dienen ihr als Sprungbrett für die kritische Auseinandersetzung mit Abhörpraktiken und Überwachungsmöglichkeiten für Jedermann.

Als sie sich auf der Bühne allmählich in die hüftkranke „Oma Anna“ verwandelt, die man im ICE auf dem Abstellgleis vergessen hat, bleibt bei Sätzen wie: „Wir passen gut zusammen, der ICE und ich, wir haben beide Achsenprobleme“ kein Auge mehr trocken. „Das war ein lustiger Abend“, resümiert Carola Arndt aus Nesow. Wie viele andere kennt sie Blankenberg schon von früheren Auftritten her.


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