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Lob aus Berlin für Rehnaer Schüler : Kunstvolle Botschaften zum 150. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Schule ehrt Grafikerin und Namensgeberin Käthe Kollwitz mit Ausstellung

von
erstellt am 01.Jul.2017 | 04:45 Uhr

Eine Schule voller Kunstwerke, so etwas gibt es nicht an jedem Ort. In Rehna dafür an der Regionalschule. Dort ehrten gestern Schüler, Lehrer, Kommunalpolitiker und Künstler das Lebenswerk der Grafikerin Käthe Kollwitz, die vor 150 Jahren, am 8. Juli 1867 geboren wurde. Die Rehnaer Schule trägt ihren Namen.

„Ihr seid unglaublich toll“, sagt Dr. Gudrun Fritsch. Die langjährige Kuratorin, stellvertretende Leiterin des Käthe-Kollwitz-Museums in Berlin, ist begei stert, von dem, was die Mädchen und Jungen im Kunstunterricht und bei nachschulischen Veranstaltungen auf die Beine stellten.

Mehr als 200 Werke von Kollwitz und den Schülern finden sich im Atrium der Schule. Darunter eigene Arbeiten der Schüler, die sich mit dem Lebenswerk einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts auseinander setzen. Dies nunmehr in einem Zeitraum von 15 Jahren und ganz intensiv in den zurückliegenden fünf Jahren, wie Fritsche bemerkte. „Ich kenne weit mehr als 200 Schulen in Deutschland, die den Namen tragen, aber das was ihr auf die Beine stellt, das ist etwas Besonders “, so Fritsch weiter. Eine Arbeit, für die sie Lehrer und insbesondere Schulsozialarbeiter Rainer Kruse dankte. Doch die Kunst, die Botschaft der Werke von Kollwitz spiegeln sich nicht allein in einer Neuauflage durch die Interpretation der Schüler wider. Gespräche zwischen Fritsche und Jugendlichen der 8. Klasse – offen und ungezwungen – sind Zeugnis von inhaltlicher Arbeit.

„Mensch sein, der 150. Geburtstag von Käthe Kollwitz ist das Thema“, so Schulleiter Thomas Barsch. Ein Thema, welches Kollwitz in ihren Arbeiten mit politischen Botschaften koppelte. „In ihren politischen Aussagen liegt ihre Bedeutung. Im Kaiserreich geboren, verlor sie drei Wochen nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ihren 18-jährigen Sohn in Flandern, im Zweiten Weltkrieg ihren Enkel. Des Weiteren hat sie 52 Jahre in Berlin gelebt, gearbeitet und gelitten. All das spiegelt sich in ihren Werken wider. Weltweit gibt es sicherlich keine Friedensdemonstration ohne ihr Bild ,Nie wieder Krieg‘“, sagt Fritsche im Gespräch mit der SVZ.

Schriftstellerin Brigitte Birnbaum zeigt sich sichtlich gerührt nach dem anschließenden Kurzfilm über das Leiden von Kindern in Syrien: „Ich bin ein Flüchtlingskind aus Ostpreußen. Wenn man dieses Leid sieht, werden Erinnerungen wach.“ Aufgewachsen in Gadebusch, lebt Birnbaum heute in Schwerin. Sie verfasste zwei Bücher über die Künstlerin für Kinder.

Botschaften und Ideen der jungen Generation für Frieden und Gemeinschaft, die schrieben Mädchen und Jungen völlig frei nach dem Unicef-Film über syrische Kinder an die Pinnwand im Atrium. „Die Häuser wieder errichten“, schreibt Luisa Pankratz. Nur so könnten sie überleben. Gleich darüber steht „Waffenproduktion stoppen“ und „Gummibärchen für alle“ – eine Hand voll Süßigkeiten würde doch schon einen klitzekleinen Moment des Glücks für die Kinder bedeuten, so die Schüler.  

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