Schlagsdorf : Kunstraum wird Ort des Erinnerns

So könnte der „Schutzraum Erinnern“ aussehen, der vor dem Grenzhus zeitweilig errichtet werden soll.
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So könnte der „Schutzraum Erinnern“ aussehen, der vor dem Grenzhus zeitweilig errichtet werden soll.

In dem Ort entsteht der „Schutzraum Erinnern“, Sparkassen-Stiftungen unterstützen das Projekt mit 14 000 Euro

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18. Dezember 2014, 07:30 Uhr

Keine Grenze, sondern ein Raum zum Erinnern soll in wenigen Monaten vor dem Grenzhus in Schlagsdorf errichtet werden. Das Projekt, das von der Künstlerin Renate U. Schürmeyer in Zusammenarbeit mit dem Grenzhus entwickelt wurde, verfolgt vor allem ein Ziel: Der Pavillon soll Menschen dazu anregen, sich mit der Zeit der deutschen Teilung, der SED-Herrschaft und der Nachwendezeit auseinanderzusetzen.

Von Mai bis Oktober 2015 wird der „Schutzraum Erinnern“ entstehen. In dem gestalteten Kunstraum im Dorf soll den Besuchern und anderen Interessierten ein Ort gegeben werden, an dem sie ihre Gedanken niederschreiben, zurücklassen, aber auch mit anderen Menschen und ihren Erinnerungen und Meinungen in den Austausch kommen können. „Der Ort ist abgeschirmt und bietet Ruhe und die Möglichkeit zur individuellen Konzentration“, sagt Grenzhus-Leiter Dr. Andreas Wagner. Das geplante Projekt speichere die zum Teil sehr konträren Erinnerungen und Auffassungen, bewahre damit Momentaufnahmen aus einer deutsch-deutschen Erinnerungskultur. „Wer in den Pavillon hineingeht, schiebt Geschichte nicht weg, sondern holt sie sich heran“, verdeutlicht Andreas Wagner.

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert das Projekt gemeinsam mit der regionalen Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest mit insgesamt 14 000 Euro. „Mit diesem Projekt kann ein Stück Geschichte vor dem Vergessen bewahrt werden“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der regionalen Sparkassen-Stiftung, Mario Löscher. Er hofft, dass möglichst viele Menschen die Chance nutzen, ihre Erinnerungen nachfolgenden Generationen zu bewahren.

Neben dem Grenzhus Schlagsdorf beteiligt sich die Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup, vor dem Hintergrund des Mauerfalls vor 25 Jahren vereint das Projekt also Beteiligte mit unterschiedlichen Wurzeln in Ost und West. Veranstaltungen werden das Projekt begleiten und abschließend werden die Ergebnisse des Projektes dokumentiert und veröffentlicht.

Ohne die finanzielle Unterstützung könnten der Trägerverein vom Grenzhus Schlagsdorf und die bildende Künstlerin Renate U. Schürmeyer das Projekt „Schutzraum Erinnern“ nicht realisieren. Renate Schürmeyer setzt sich seit 2009 kontinuierlich mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinander und stellte im Rahmen des Kunstprojektes „Grenzraum 09/10“ ihre Arbeit „Erstarrung“ in Schlagsdorf und Lübeck-Schlutup zur Diskussion.

Anliegen des Projektes war es, die Wahrnehmungen und Folgen des DDR-Grenzregimes mit künstlerischen Mitteln zu thematisieren und sinnlich erfahrbar zu machen.

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