Ausstellung in Schönberg : Kunst und Politik verbinden

Der „Ästhetik des Widerstandes“ geht Judith Siegmund  in ihrer Schau „Typoskripte“ auf den Grund.
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Der „Ästhetik des Widerstandes“ geht Judith Siegmund in ihrer Schau „Typoskripte“ auf den Grund.

Künstlerin und Kunsttheoretikerin Judith Siegmund aus Berlin beschäftigt sich in ihrer Schau „Typoskripte“ in der Schönberger Kirche mit der "Ästhetik des Widerstands" von Peter Weiss.

svz.de von
31. Juli 2014, 23:59 Uhr

Gehören Kunst und Politik doch irgendwie zusammen ? Dieser Frage geht die Künstlerin und Kunsttheoretikerin Judith Siegmund aus Berlin in ihrer Schau „Typoskripte“ in der Schönberger Kirche nach.

Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen: Zum einen sind sieben Transparente an den Emporen des Gotteshauses aufgehängt. „Auf diesen stehen Zitate aus dem Buch ,Die Ästhetik des Widerstands‘ von Peter Weiss, die mit Kunst und ihrer Geschichte zu tun haben“, erklärt Judith Siegmund. In Weiss’ Werk spiegelt sich sowohl die ostdeutsche Vergangenheit und ihr Verhältnis zur Zweckhaftigkeit der Kunst als auch die Geschichte der westdeutschen Linken wider. „Ich habe das Gefühl keiner liest dieses 1000 Seiten umfassende Buch mehr, deswegen wollte ich es in Zitate aufgliedern und den Besuchern so präsentieren.“

Der zweite Teil der Schau besteht aus einem Foto, das für die Ausstellung „Grenzraum“ im Jahr 2009 geplant war. „Damals habe ich neben das Schild der ehemaligen innerdeutschen Grenze an der Straße Richtung Ratzeburg ein weiters aufgestellt. Auf diesem habe ich die europäische Grenze und die umliegenden Kontinente eingezeichnet, diese waren vorher nicht markiert“, sagt die 49-jährige Künstlerin. Neben dem Foto wird eine LED-Anzeige hängen, auf der die Zahl der Todesopfer an europäischen Grenzen seit 1988 angezeigt wird. „Die neueste Zahl, die ich von einer Internetseite habe, lautet 20 035 Tote. Das ist unglaublich.“

„Ich denke, die Themen passen ganz gut zu dem Schönberger Musiksommer. Manchmal sind Fragen wichtiger als Antworten und müssen einfach in den Raum gestellt werden“, sagt Christoph Minke, künstlerischer Leiter des Schönberger Musiksommers. Er hoffe, die Texte von Peter Weiss wirken für die Besucher mit der Musik von Brahms oder Bach intensiver und inspirieren sie. „Vielleicht treffen sich dann sogar Leute bei der Ausstellung, die sonst nicht miteinander reden würden.“

„Typoskripte“ wird heute um 17.30 Uhr in der Schönberger Kirche und anschließender Orgelmusik eröffnet und ist noch bis zum 20. September für Interessierte zugänglich.

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