"Kunst offen": 63 Ateliers öffnen zu Pfingsten

Vor der Tür heißt der Zeitgenosse, den Künstler Jörg Friedrichsen hergestellt hat. mano
Vor der Tür heißt der Zeitgenosse, den Künstler Jörg Friedrichsen hergestellt hat. mano

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10. Mai 2013, 06:28 Uhr

Lindow | Der schwarze Stubentiger streckt sich erst einmal kräftig aus. Dann springt er mit einem Satz auf die Gartenbank und rollt sich wieder zum Mittagsschläfchen zusammen. Zwischen "der geile Bock" und "vor der Tür" stolziert ein Hahn durchs Gras und kräht seine Hennen zusammen. Im Skulpturengarten von Jörg Friedrichsen herrscht idyllische Ruhe - noch.

Das wird sich ändern. Pfingsten heißt es wieder "Kunst offen" in Nordwestmecklenburg. 166 Künstler in 63 Orten öffnen am Wochenende ihre Ateliers für Besucher. Auch in Lindow, wo "Skulptör" Friedrichsen lebt und arbeitet. Seit den 90er-Jahren, sagt Friedrichsen, mache er schon Kunst in Lindow. Für "Kunst offen" stelle er fliegende Schiffe aus. "Lichtspiegelungen auf der Ostsee haben mich auf die Idee gebracht", erzählt er. Aus rostigen Fundstücken fügt Friedrichsen die Teile zu seinem Werken zusammen. Aber wie können Schiffe nun fliegen? Das verrät Friedrichsen nicht. Das können Besucher vom 18. bis zum 20. Mai erfahren.

"In diesem Jahr feiern wir das 15-jährige Bestehen der Aktion", sagt Ute Weich vom Landkreis. Es ist eine gemeinsame Aktion von Landkreisen, Städten, dem Verein Mecklenburgische Ostseebäder und des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Am 29. Mai 1998 gewährten erstmals zu einem festgelegten Zeitpunkt verschiedenen Künstler gemeinsam Einblicke in ihr Schaffen. So wuchs aus einem kleinen Künstlertag eine große Veranstaltung in Mecklenburg, die hunderte Besucher anzieht. "Das hat sich wahnsinnig ent wickelt", sagt die Sprecherin des Kreises, Petra Rappen. "Viele Besucher stecken sich extra eine Route ab." Gute Planung ist gefragt, wer möglichst viel sehen will.

Nordwestmecklenburg setze dabei auf die Vielfalt. Denn nicht nur Profi-Künstler wie der Skulptör seien dabei sondern auch Laien. Menschen, die Lust auf Kunst haben und der in ihrer Freizeit nachgeben.

Der Gelbe Schirm, Zeichen der Aktion überspannt dabei eine erstaunliche Breite von Kunst. Von Skulpturen über Malerei, Fotografie, Drucke, Töpferei bis zu außentauglichen Gartensitzmöbeln und Backwerk aus historischen Lehmbackofen.

Nach Lindow kamen im vergangenen Jahr 300 bis 500 Besucher. Der schwarze Stubentiger und der stolze Hahn sollten sich dann ein ruhiges Plätzchen suchen.

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